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Astro Corner » Aktuell » AstroNews » Meldung vom 09.09.2006
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Multiple Sonnenfinsternis
von Christoph Rollwagen
09.09.2006  Am 12. September 2006 wird der offene Sternhaufen der Plejaden (M45) im Sternbild Stier, der im Volksmund auch als Siebengestirn bekannt ist, am späten Abend vom abnehmenden Mond bedeckt. Die Plejaden gehören zu den schönsten und hellsten Sternhaufen der nördlichen Hemisphäre und bestehen aus rund 120 jungen bläulich funkelnden Sternen. Die vier hellsten bei der Bedeckung beteiligten Sterne werden dabei Eta (Alkyone), 23 (Merope), 27 (Atlas) und 28 Tauri (Plejone) sein.
Jerry Lodriguss
Nahe Begegnung des Mondes mit den Plejaden im Jahr 2005
Bedeckungs-Serien des Siebengestirns durch den Mond treten regelmäßig im Abstand von 18,6 Jahren auf. Die aktuelle Serie begann im Jahr 2005 und wird noch bis 2009 andauern. Die Plejaden-Bedeckung vom 12. September 2006 wird das erste solche Ereignis seit dem 21. Februar 1991 sein, das auch in Mitteleuropa zu beobachten ist.

Die Bedeckung des Sternhaufens beginnt kurz nach Aufgang des Mondes um ca. 21.30h MESZ. Da sich das Ereignis zu Beginn im deutschsprachigen Raum noch recht tief am Himmel abspielen wird, werden horizontnahe Dunstschichten oder auch lockere Bewölkung die Sicht stark behindern können. Bis sich der Mond vollständig über die Plejaden hinwegbewegt haben wird, werden ungefähr 2 Stunden vergehen.
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Plejaden- Bedeckung am 12. September 2006
Der abnehmende Mond wird an diesem Tag zu 68% beleuchtet sein. Die bedeckten Sterne werden somit am hellen Mondrand verschwinden und hinter der dunklen Seite wieder auftauchen.

Der Doppelstern Alkyone wird um 22.05h MESZ durch den Mond bedeckt und erscheint wieder um 22h47 MESZ. Merope tritt um 22.22h aus, Doppelstern Atlas um 23.25h und Plejone um 23.28h MESZ. Die folgende Tabelle enthält weitere Zeitangaben für Sternbedeckungen in den Plejaden. Die angegebenen Zeiten können für verschiedene Orte in Deutschland aufgrund der parallaktischen Verschiebung mehrere Minuten abweichen.

Zeit Objekt Ereignis
MESZ Name (Helligkeit)
21:35 Merope (4,1 mag) Eintritt
22:05 Alkyone (2,8 mag) Eintritt
22:22 Merope (4,1 mag) Austritt
22:33 Atlas (3,6 mag) Eintritt
22:37 Plejone (5,0 mag) Eintritt
22:47 Alkyone (2,8 mag) Austritt
23:25 Atlas (3,6 mag) Austritt
23:28 Plejone (5,0 mag) Austritt

astrocorner.de
Animation der Plejaden-Bedeckung vom 12. September 2006
Künftige Plejaden-Bedeckungen
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Plejaden- Bedeckung am 06. November 2006
Im Jahr 2006 werden noch zwei weitere Plejaden-Bedeckungen durch den Mond zu beobachten sein. Bereits am 6. November 2006 (17:15 Uhr MEZ) wird der Mond den Sternhaufen wieder überziehen. Der noch fast volle Mond bewegt sich zwischen 16.15h MEZ und 18.30h MEZ über südliche Bereiche des Sternhaufen hinweg. Dabei werden unter anderem 27 und 28 Tau bedeckt. Der Mond geht erst zu Beginn des Ereignisses auf, befindet sich also auch während dieser Bedeckung recht tief am Horizont.
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Plejaden- Bedeckung am 04. Dezember 2006
Auch am frühen Morgen (03-07h MEZ) des 04. Dezember 2006 kommt es zu einem solchen Ereignis. Diesmal werden die Beobachtungsbedingungen wesentlich besser sein, da der fast volle zunehmende Mond (98% beleuchtet) zu Beginn des Ereignisses bereits etwa 30° über dem westlichen Horizont stehen wird. Der Mond bewegt sich zentral über die Plejaden hinweg, wodurch es zur Bedeckung von zahlreichen mehr oder weniger hellen Sternen kommen wird.

Zeit Objekt Ereignis
MEZ Name (Helligkeit)
04:02 Elektra (3,7 mag) Eintritt
04:42 Merope (4,1 mag) Eintritt
05:00 Elektra (3,7 mag) Austritt
04:47 Maja (3,9 mag) Eintritt
05:05 Alkyone (2,8 mag) Eintritt
05:08 Maja (3,9 mag) Austritt
05:24 Merope (4,1 mag) Austritt
05:45 Plejone (5,0 mag) Eintritt
05:47 Atlas (3,6 mag) Eintritt
05:58 Alkyone (2,8 mag) Austritt
06:29 Atlas (3,6 mag) Austritt
06:35 Plejone (5,0 mag) Austritt

Danach wird der Mond die Plejaden erneut am 27. Januar 2007 bedecken. Das Ereignis beginnt an diesem Tag schon vor Sonnenuntergang (18:15 Uhr MEZ), wodurch der Beginn des Ereignisses in Mitteleuropa unbeobachtbar bleibt und die Sichtbarkeitsbedingungen infolge entsprechend schlecht ausfallen.

Zeit Objekt Ereignis
MEZ Name (Helligkeit)
17:12 Elektra (3,7 mag) Austritt
17:44 Taygeta (4,3 mag) Austritt
18:00 Maja (3,9 mag) Austritt

Weitere Bedeckungen dieser Serie finden zu folgenden Zeiten statt: 24. Februar 2007 (00:45 Uhr MEZ), 7. August 2007 (01:30 Uhr MESZ), 28. Oktober 2007 (01:00 Uhr MESZ), 21. Dezember 2007 (22:45 Uhr MEZ), 12. März 2008 19:15 Uhr MEZ), 23. August 2008 (ab Mitternacht mit Mondaufgang), 20. September 2008 (05:00 Uhr MESZ), 13. November 2008 (19:15 Uhr MEZ), 7. Januar 2009 (18:30 Uhr MEZ), 18. Juli 2009 (03:15 Uhr MESZ), 7. Oktober 2009 (23:45 Uhr MESZ, naher Vorbeigang) und am 29. Dezember 2009 (03:15 Uhr MEZ).

Danach wird der Mond erst wieder im Jahr 2024 über die Plejaden hinweg ziehen.
Die Plejaden
Gendler
Offener Sternhaufen M45 (Plejaden)
Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen, der mindestens 1200 junge bläulich leuchtende Sterne und einige ebenfalls bläuliche Reflexionsnebel (Maja-Nebel NGC 1432, Merope-Nebel NGC 1435) beherbergt und mit dem bloßen Auge am nächtlichen Winterhimmel der nördlichen Hemisphäre aufgefunden werden kann. Dabei können mit dem bloßen Auge je nach Sichtbarkeitsbedingungen sechs bis neun nah beieinander stehende Sterne erkannt werden. Im Teleskop können etwa 120 funkelnde Mitglieder bewundert werden, die sich über einen 2 Grad großen Bereich am Himmel verteilen.

Andere gebräuchliche Namen für diese galaktische Sternen-Assoziation sind die Begriffe Siebengestirn, Atlantiden oder Atlantiaden, Sieben Schwestern, Gluckhenne sowie die Messier-Katalog-Bezeichnung M45.

Der Sternhaufen befindet sich innerhalb der Milchstraße rund 430 Lichtjahre von uns entfernt in Richtung des Sternbilds Stier. Die Sterne sind allesamt etwa 125 Millionen Jahre alt. Somit sind die Plejaden ein sehr junges System.
Möglicherweise tauchen die Plejaden auch auf der Himmelsscheibe von Nebra auf
Die helleren Sterne sind nach den Titanen Atlas und Plejone sowie ihren sieben Töchtern Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maja, Merope und Taygete benannt. Der griechischen Mythologie zufolge wurden Dionysus und Zeus von den Plejaden-Nymphen erzogen, die von Orion verfolgt wurden.

In fast allen frühen Kulturen nahm der Sternhaufen eine besondere Rolle ein. Auf der Himmelsscheibe von Nebra glauben Archäologen eine Gruppe von sieben Sternen zu erkennen, die sie als das Siebengestirn interpretieren. Auch eine Gruppe sechs gezeichneter Punkte in den Höhlen von Lascaux oberhalb des Auerochsen wurde als Plejaden-Sternhaufen identifiziert.

Name Flamsteed Helligkeit
Nummer mag
Alkyone 25 2,86
Atlas 27 3,62
Elektra 17 3,70
Maja 20 3,87
Merope 23 4,16
Taygeta 19 4,29
Plejone 28 4,8–5,5 (variabel)
Celaeno 16 5,45
Asterope 21 5,76
22 6,43
18 5,65
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