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Astro Corner » Aktuell » AstroNews » Meldung vom 15.04.2009
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Supernova in NGC 4088

Hellste Sternexplosion des Jahres
von Christoph Rollwagen
15.04.2009  In der Galaxie NGC 4088 kann derzeit eine Supernova beobachtet werden, die mit einer Helligkeit von etwa 13,5 mag das hellste Ereignis ihrer Art des Jahres ist. Die Galaxie, in der die Supernova 2009dd beobachtet werden kann, befindet sich im Sternbild Großer Bär und kann derzeit in der Nacht äußerst günstig in zenitnaher Lage beobachtet werden.
Die Supernova 2009dd, deren Typ-Zugehörigkeit bislang noch ungeklärt ist, befindet sich etwa 2 Bogensekunden westlich und 5 Bogensekunden südlich des Zentrums von NGC 4088. Die Himmels-Koordinaten lauten 12h05m34,1s (RA) +50°32'19,4" (DE).

NGC 4088 ist eine Balkenspiralgalaxie vom Typ SBbc. Die Galaxie hat eine Winkelausdehnung von 6,1' × 2,1' und eine scheinbare Helligkeit von 10,3 mag. Sie gehört mit etwa 50 anderen Sternsystemen zur der Galaxiengruppe um M 109.

Die Galaxie befindet sich knapp 37 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die Supernova ereignete sich also zu einer Zeit, als die Vorfahren unserer heutigen Elefanten noch im Wasser lebten. Seither war das Lichtsignal des Sternenkollaps mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum zu uns unterwegs.

Die aktuelle Sternexplosion ist nicht das erste Ereignis dieser Art, das in NGC 4088 beobachtet wird. In der Vergangenheit konnte bereits die Supernova SN 1991G in dieser Galaxie beobachtet werden.
Entdeckung durch CROSS
Die Sternexplosion wurde erst am 13. April von den Italienern Giancarlo Cortini, Alessandro Dimai und Elisa Londero mit dem automatischen Supernovae-Suchprogramm CROSS (Col druscié Remote Observatory Supernovae Search) aufgefunden.

Das wissenschaftliche Suchprogramm nutzt ein ferngesteuertes 50cm-Newton-Spiegelteleskop am Col Drusciè Observatorium, um über 2.500 Galaxien der nördlichen Hemisphäre zu überwachen. Dabei werden während jeder Beobachtungsphase bis zu 400 Galaxien aufgenommen.

Seit dem Start des Programms im November 1999 wurden mehr als 60.000 Beobachtungen von diversen Galaxien durchgeführt, wobei 25 Supernovae-Entdeckungen offiziell bestätigt wurden.
Supernovae allgemein
Eine Supernova ist eine extrem helle Leuchterscheinung, die entsteht, wenn ein Stern nach dem Aufbrauchen seines Kernbrennstoffs in einer gewaltigen Explosion untergeht. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt millionen- bis milliardenfach zu - er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Supernova-Klassen. Zum einen können massereiche Sterne von mehr als 8 Sonnenmassen nach dem völligen Verbrauchen ihres nuklearen Brennstoffs in einem solchen Ereignis untergehen. Dabei entsteht ein äußerst kompakter Restkörper - ein Pulsar oder ein Schwarzes Loch.

NASA
Künstlerische Darstellung eines weißen Zwergs, der Materie eines begleitenden Hauptreihensterns akkretiert - die Vorstufe einer Supernova vom Typ Ia
Zum anderen können auch Sterne mit geringeren Massen eine Supernova hervorrufen, jedoch nur dann, wenn sie zusammen mit einem Begleiter ein enges Doppelsternsystem bilden. Die Primärkomponente (meist ein weißer Zwerg) zieht von seinem Begleiter - einem ausgedehnten Hauptreihenstern (oder Roter Riese) - wasserstoffreiche Materie ab, die sich spiralförmig innerhalb einer Akkretionsscheibe auf den weißen Zwerg zu bewegt. Hin und wieder kommt es zu einem explosiven nuklearen Wasserstoffbrennen oder zu einer Explosion aufgrund von Instabilitäten in der den weißen Zwerg umgebenden Schale.

Wenn die Masse des Weißen Zwergs die Chandrasekhar-Grenze überschreitet und er durch seine Eigengravitation zu kollabieren beginnt, wird er durch die einsetzende Kohlenstofffusion zerrissen - eine Supernova entsteht. Dieses Phänomen wird auch als thermonukleare Supernova oder Supernova vom Typ 1a bezeichnet. Solche Ereignisse sind die mit Abstand hellsten Supernovae.

Derzeit werden jährlich mehrere hundert Supernovae entdeckt. Wie häufig eine Supernova in einer Galaxie auftritt, hängt vor allem davon ab, wie viele Sterne dort neu entstehen. Man nimmt an, dass es in unserer Milchstraße zu etwa 20 Supernovae in 1000 Jahren kommt. Im zurückliegenden Jahrtausend sind sechs Beobachtungen solcher Ereignisse bekannt. Etwa zwei Drittel der galaktischen Supernovae bleiben durch die Extinktion der galaktischen Scheibe verborgen.

Historisch besonders bedeutende Supernovae sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Jahr
Himmelsbereich
Helligkeit
185 Sternbild Zentaur -6 mag
386 Sternbild Schütze ?
393 Sternbild Skorpion -3 mag
1006 Sternbild Wolf -7,5 mag
1054 Sternbild Stier -6 mag
1181 Sternbild Kassiopeia -2 mag
1572 Sternbild Kassiopeia -4 mag
1604 Sternbild Schlangenträger -2 mag
1680 Sternbild Kassiopeia +6 mag
1885 M31 (Andromeda-Galaxie) +7 mag
1979 M100 +11,6 mag
1987 Große Magellansche Wolke +3 mag
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