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Sternhimmel

Beobachtungshinweise zu aktuellen Ereignissen am Firmament im Juli 2014
Mit jedem neuen Monat gibt es etwas anderes am nächtlichen Himmel zu beobachten. Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht zu den Ereignissen am Sternhimmel, den Beobachtungsmöglichkeiten der Planeten und anderer kosmischer Objekte im Juli 2014.
Der Sternhimmel im Juli 2014
Drehbare Sternkarte
Klicken Sie auf das Bild, um eine Karte des Sternhimmels am 15. Juli 2014 um 22 Uhr MEZ zu erhalten. Die Ansicht gilt auch für den 1. um 23 Uhr und den Monatsletzten um 21 Uhr.
Im Juli sind nächtliche Beobachtungen von Himmelsobjekten nur eingeschränkt möglich. Die Nächte bieten dem Beobachter nur etwa 4 bis 5,5 Nachtstunden vom Ende bis zum erneuten Beginn der nautischen Dämmerung. Ab Mitte Juli wird es bezüglich der astronomischen Dämmerung wieder für etwa zwei Stunden richtig dunkel - die Sonne versinkt für diese Zeit mehr als 18 Grad unter den Horizont.

In einigen hellen Julinächten können Leuchtende Nachtwolken beobachtet werden. Hin und wieder verzieren diese dünnen Eiswolken, die in extrem hohen atmosphärischen Schichten auftreten und nachts noch von der Sonne beschienen werden, den nördlichen Horizont.

Der Sternenhimmel zeigt nur noch wenig von seinem vormals frühlingshaften Charakter. Im Nordwesten geht das Sternbild Löwe unter - das Haar der Berenike und die Jungfrau sind noch über dem Westhorizont zu erkennen. Bootes prangt mit seinem hellen Hauptstern Arktur hoch über diesen Konstellationen.

Der übrige Himmel wird vor allem von den Sommersternbildern dominiert. Im Süden macht sich das große Sternbild des Schlangenträgers breit, südlich der Schlange befinden sich Skorpion und Schütze. Von hier aus zieht sich das schimmernde Band der Milchstraße durch die Sternbilder Schild, Adler, und Füchschen im Südosten, Schwan, Leier und Eidechse hoch im Osten, sowie Kepheus und Kassiopeia im Nordosten.

Die Milchstraße ist unsere eigene Galaxie, wie sie uns von innen heraus betrachtet erscheint. Am Sommerhimmel zeigen sich uns innere Bereiche unserer Galaxis. Das Zentrum der Milchstraße kann man zu dieser Zeit nahe dem südlichen Horizont erkennen. Hier zeigen sich auch die auffälligsten und hellsten Bereiche des majestätischen Lichtbandes. In unseren Breiten kommt die wahre Pracht des Milchstraßenzentrums allerdings nicht vollständig zur Geltung, da es sich nicht weit über den Horizont erhebt und nur in kurzen hellen Sommernächten zu sehen ist. Besucher südlicher Gebiete hingegen berichten oft von einem imposanten Anblick, wenn sich die zentrale Partie direkt im Zenit des Beobachters befindet.

Inmitten der hellen Milchstraße sind zahlreiche interessante Beobachtungsobjekte zu finden, die vor allem für Astrofotografen überaus interessant sein können. Die Galaxis ist durchzogen von zahlreichen Gas- und Staubnebeln. Befinden sich Sterne nahe diesen Materieansammlungen, werden die Gase durch die intensive Strahlung des Sterns ionisiert und somit zum Leuchten angeregt. Erkennbar werden die Gasmassen dann als weit ausgedehnte helle Nebel, die im Licht des angeregten Wasserstoffs auf Fotografien in einem intensiven Rot erscheinen.

Teilweise werden helle Nebel von Dunkelwolken überlagert, die sich kontrastreich von ihrer Umgebung abheben. Diese auch mit dem bloßen Auge deutlich dunkler erscheinenden Milchstraßenbereiche sind gewaltige Ansammlungen von Gas- und Staubmassen innerhalb unserer Galaxie, die mit den Sternen um das Zentrum rotieren. In der unmittelbaren Nachbarschaft von Dunkelwolken befinden sich meist keine Sterne, die deren Gas ionisieren könnten. Die Wolken 'schlucken' das Licht dahinter liegender Sterne und erscheinen daher undurchsichtig.

Besonders empfehlenswerte Beobachtungsobjekte im Juni sind die Doppelsterne alpha CVn, zeta UMa, epsilon Boo, nü Ser, delta Dra, zeta Lyr, beta Lyr, theta Ser, beta Cyg und gamma Del; die offenen Sternhaufen h und chi Per, M11 und NGC 6633; die Kugelsternhaufen M3, M5, M13, M15, M22 und M92; die Gasnebel M16 (Adlernebel), M17 (Omeganebel), M27 (Hantelnebel) und M57 (Ringnebel); sowie die Galaxien NGC 205, M31 (Andromedanebel), M32, M33 (Dreiecksnebel), M49, M51, M63, M64, M77, M81, M82, M87, M94, M101, M104 (Sombreronebel) und M106.
Meteore im Juli 2014
Der Monat Juli wird von zwei Meteorströmen beherrscht, die zu einem ekliptalen Komplex gehören, dessen verschiedene Radianten nahe beieinander liegen - die Delta-Aquariden und die Alpha-Capricorniden.

Delta-Aquariden
Um den 28. Juli wird das Maximum der südlichen Delta- oder Juni-Aquariden erwartet. An diesem Tag können maximal 16 Sternschnuppen pro Stunde erkannt werden. Die Aktivität beginnt am 12. Juli und endet am 19. August. Die mit 41 km/s eher langsamen Meteore erreichen Helligkeiten von nur etwa 3 bis 5 mag und sind daher recht unauffällig. Der Mutterkörper dieses Sternschnuppen-Stroms ist der Komet 96P/Machholz.

Alpha-Capricorniden
Die Alpha-Capricorniden treten zwischen dem 3. Juli und dem 15. August auf. Ihr sehr schwach ausgeprägtes Maximum fällt auf den 30. Juli. Pro Stunde sind nicht mehr als 5 ausgesprochen langsame Meteore (23 km/s) zu erwarten. Ihr Ursprungskörper ist der periodische Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusáková.

Perseiden
In der zweiten Monatshälfte werden die ersten Perseiden sichtbar. Die Hauptaktivitätszeit dieses populären Meteorstromes liegt jedoch vor allem im August. Im Juli befindet sich der Radiant dieses Stromes noch südlich von Alpha Cassiopeiae und verlagert sich mit rund einem Grad pro Tag in Richtung Eta Persei.

Schwächere Ströme mit weniger als 5 Meteoren pro Stunde, die im Juli ihr Maximum erreichen, sind die mit 70 km/s Eintrittsgeschwindigkeit extrem schnellen Juli-Pegasiden, die vom 7. bis zum 11. Juli beobachtet werden können und am 10. Juli ihr schwaches Maximum erreichen, die Alpha-Cygniden, deren 37 km/s langsamen Schnuppen ihre größte Aktivität am 18. Juli zeigen, die 30 km/s langsamen Sigma-Capricorniden, die in der zweien Monatshälfte erkannt werden können und ihr Maximum am 20. Juli erreichen, sowie die 35 km/s langsamen Piscis Austriniden, die ebenfalls ab Mitte des Monats beobachtet werden können und um den 28. Juli die meisten Meteore produzieren.  
»Juni 2014 »August 2014
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