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Oppositionen

Begegnungen der Erde mit ihrem äußeren Nachbarplaneten
Die besondere Bahngeometrie des roten Planeten führt dazu, dass jede Begegnung zwischen Erde und Mars anders ausfällt. Wenn die Erde den Mars überholt und dieser gleichzeitig seinen sonnennächsten Bahnpunkt durchläuft, kann eine günstige Perihel-Opposition beobachtet werden. Eine solche tritt jedoch nur ungefähr einmal in fünfzehn Jahren auf. 2003 konnte ein Ereignis der Superlative verfolgt werden: Mars begegnete uns so nah wie nie zuvor!
Einzigartige Marsopposition
Mars
NASA / STScI
Unser roter Nachbarplanet Mars - aufgenommen vom Hubble Space Telescope
Nur selten bekommen wir erdgebundenen Himmelsbeobachter die günstige Gelegenheit, den Planeten Mars aus einer relativ geringen Distanz beobachten zu können. Mars ist ein vergleichsweise kleiner Planet und zudem die meiste Zeit relativ weit von uns entfernt. Üblicherweise erscheint er uns im Teleskop als winziges rundes unscheinbares Scheibchen.

Die einzige Gelegenheit, einen guten Blick auf den Planeten und seine Oberflächenformationen, Wolken, Sandstürme und wechselnden Polkappen werfen zu können, bietet sich nahezu alle zwei Jahre während der Oppositionsperioden, wenn die flinkere Erde auf ihrer sonnennäheren Bahn am weiter entfernten Mars vorbeizieht.

Doch nicht all diese Mars-Oppositionen fallen gleich aus. Zum letzten Mal trat im Jahr 2003 eine ganz besondere Annäherung ein – die beste Sichtbarkeitsperiode im 16-Jahres-Zyklus des Planeten Mars.

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Scheinbarer maximaler Durchmesser des Planeten Mars bei verschiedenen Oppositionen im Zeitraum von 1997 bis 2018. Die minimalen Entfernungen sind in Millionen Kilometern angegeben. Unter dem Datum der jeweiligen Opposition ist der maximale scheinbare Durchmesser des Marsscheibchens vermerkt.

Opposition Entfernung Helligkeit Durchmesser Deklination
Mio km mag Bogensekunden Grad
2001 13.06. 67,3 -2,3 20,8 -26,5
2003 28.08. 55,8 -2,9 25,1 -15,8
2005 07.11. 69,4 -2,3 20,2 +15,9
2007 24.12. 88,2 -1,7 15,9 +26,8
2010 29.01. 99,3 -1,3 14,1 +22,2
2012 03.03. 100,8 -1,2 13,9 +10,3
2014 08.04. 92,4 -1,5 15,2 -5,1
2016 22.05. 75,3 -2,1 18,6 -21,6
2018 27.07. 57,6 -2,8 24,3 -25,5
2020 13.10. 62,1 -2,6 22,6 -5,4
2022 08.12. 81,5 -1,8 17,2 +25,0

Der rote Planet kam der Erde Ende August 2003 besonders nahe und erschien mit –2,9 mag außerordentlich hell am Nachthimmel - etwa 15 mal heller als Vega, der Hauptstern im Sternbild Leier.

In der Nacht vom 26. auf den 27. August war Mars der Erde sogar näher, als während der gesamten vergangenen 60.000 Jahre zuvor. An diesem Tag erschien der Planet im Teleskop mit einem Winkeldurchmesser von 25,1 Bogensekunden.

Die Beobachtungsbedingungen waren auf der Nordhalbkugel allerdings recht schlecht, da sich der Mars weit südlich des Himmelsäquators aufhielt und nur geringe Höhen über dem Horizont erreichte.

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Scheinbarer maximaler Durchmesser und Deklination des Planeten Mars bei verschiedenen Oppositionen im Zeitraum von 2001 bis 2022. 2003 besaß Mars eine sehr südliche, 2007 hingegen eine extrem nörliche Deklination.

Besondere Mars-Oppositionen der Vergangenheit

Im Zeitintervall von 15 oder 17 Jahren erreichen Erde und Mars gegenseitige Bahnpositionen die sie besonders nahe aneinander führen. Dieser Fall tritt ein, wenn Mars in Opposition und (fast) gleichzeitig noch im Perihel seiner Bahn (sonnennächster Punkt auf der Umlaufbahn) steht.

Zu solchen Ereigenissen kam es zum Beispiel im August 1971, als der rote Planet mit einem scheinbaren Durchmesser von 24,9 Bogensekunden zu beobachten war. Weiterhin erreichte der Planet im September 1988 einen scheinbaren Durchmesser von 23,8 Bogensekunden.

Zu weniger günstigen Oppositionsstellungen des Planeten kommt es ungefähr alle 2 Jahre und 2 Monate, wie im Mai 1999, als Mars einen scheinbaren Scheibchendurchmesser von 16,2 Bogensekunden erreichte, oder im Juni 2001 mit einem Durchmesser von 20,8 Bogensekunden. Allerdings bietet sich einem Menschen nur wenige Male im Leben die Möglichkeit, den Nachbarplaneten Mars in so geringer Distanz zu beobachten, wie im Jahr 2003.
Oppositionsschleife
Während einer nahen Begegnung mit der Erde zieht der Mars einen markannten Looping über den Himmel. Wie kommt es zu dieser Erscheinung und wie ist sie zu beobachten?

Schon lange bevor man ihn zur möglichen Heimat extraterestrischen Lebens ernannte, hatte sich Mars bereits im Geiste der Menscheit einen äußerst bedeutungsvollen Platz verschafft. Seine feurige Farbe, die mit dem tiefblauen Dämmerungshimmel einen wunderbaren Kontrast bildet, ist einzigartig unter den Planeten. Die Helligkeit des roten Planeten ist außergewöhnlichen Veränderungen unterworfen und seine maximale Helligkeit variiert von einer Erscheinung zur nächsten.

Während der Monate, wenn Mars am hellsten erscheint, wenn er sich also nahe seiner Opposition befindet, zieht er einen scheinbar chaotischen Wirbel über den Sternenhimmel.

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Bahn des Planeten Mars durch die Sternbilder Steinbock, Wassermann und Fische im Jahr 2003 - während der Annäherung an den roten Planeten scheint dieser eine Schleifenbewegung vor dem Sternenhimmel südlich der Ekliptik (scheinbare Bahn der Sonne) zu vollziehen. Die Positionen der Planeten Mars, Uranus und Neptun beziehen sich auf den 28. August 2003, als Mars seine Oppositionsstellung zur Sonne erreichte.

Auch während der Oppositionsperiode im Jahr 2003 zog Mars seinen signifikannten Bogen vor den Sternen. Der rote Planet bewegte sich erst eilig ostwärts durch die Sterne der Konstellation Wassermann, schwächte sein Tempo aber kontinuierlich ab, bis seine Bewegung parallel zur Ekliptik am 29. Juli 2003 vollständig zum Erliegen kam. Dann geschah etwas besonderes: Mars kehrte seinen Kurs um.

Alle Planeten zeigen Perioden mit westwärts gerichteter bzw. retrograder Bewegung gegenüber dem Sternenhimmel, doch Mars gibt hierbei aufgrund seiner Nähe zu unserem Heimatplaneten die beste Vorstellung. 2003 bewegte er sich in westliche Richtung durch das Sternbild Wassermann bis er am 27. September abermals zum Stillstand kam, und daraufhin wieder seinen majestätischen Ostkurs einschlug.

Die Schleifenbewegung des roten Planeten ist ein wunderschönes Spiel der Himmelsgeometrie. Dabei kreiert die Kombination der Umlaufbewegungen von Mars und Erde die Erscheinung eines himmlischen Loopings. Mars scheint sich rückwärts über den Sternenhimmel zu bewegen, denn die Erde nähert sich dem äußeren Planeten an und überholt in auf ihrer schnelleren Innenbahn. Da die Distanz zwischen Erde und Mars in dieser Zeit am geringsten ist, schein der rote Planet am Himmel besonders hell und zeigt den Teleskopbeobachtern seinen größten Winkeldurchmesser

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Umlaufbahnen von Erde und Mars um die Sonne - während der Opposition im Jahr 2003 gerieten die beiden Planeten besonders nah an einander
2003 zeichnete Mars ein etwa fünf Grad breites Oval an den Himmel. Die Gestalt dieser Schleife ändert sich hinsichtlich ihrer Größe und Form von Opposition zu Opposition, abhängig davon, wo sich der Planet Mars auf seiner Umlaufbahn befindet, wenn die Erde an ihm vorbeizieht. Der retrograde Bogen des Jahres 2005 konnte am besten als Zick-Zack-Kurs beschrieben werden. Im Jahr wird 2010 der Bogen mehr als zweimal soviel vom Himmel abdecken, wie sieben Jahre zuvor.
Entstehung von Oppositionsschleifen
Scheinbare Bewegungen der inneren Planeten
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Scheinbare Bewegungen der äußeren Planeten
Überholt der innere, schnellere Planet Erde einen äußeren, somit langsameren Planeten wie den Mars auf seiner Bahn um die Sonne, so scheint sich dieser von der Erde aus beobachtet zeitweilig entgegengesetzt zu bewegen, er ist rückläufig.

Anschließend bewegt er sich wieder in der ursprünglichen Richtung wie die Sonne vor dem Himmelshintergrund, nämlich von West nach Ost, er ist wieder rechtläufig. Durch diesen Bewegungswechsel bildet die Bahn des Planeten eine scheinbare Schleife am Himmel ab. Diese Schleife ist umso kleiner, je geringer die Distanz zu dem äußeren Planeten ausfällt.
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