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McNaught (2007)

Komet C/2006 P1
Der hellste Komet seit 42 Jahren
Der Komet C/2006 P1 wurde am 7. August 2006 durch den Australier Robert H. McNaught im Sternbild Schlangenträger entdeckt, als er den Himmel mit dem Uppsala Schmidt-Teleskop auf dem Siding Spring Berg beobachtete. McNaught erschien zu diesem Zeitpunkt noch schwächer als der ferne Zwergplanet Pluto. Berechnungen zufolge sollte seine Helligkeit jeodch bei seiner Annäherung an die Sonne stark zunehmen.

Die Abschätzung der Helligkeitsentwicklung dieses Kometen gestaltete sich in den letzten Monaten des Jahres 2006 recht schwierig, da der Schweifstern eine ungünstige Bahn besaß und nur unter mäßigen Bedingungen bzw. überhaupt nicht beobachtet werden konnte.

Håkon Dahle
Komet McNaught in der Morgen- Dämmerung
In den ersten Januar-Tagen des Jahres 2007 waren die Wetter- und Beobachtungsbedingungen größtenteils sehr schlecht, so dass nur wenigen Beobachtern eine Sichtung des Kometen gelungen ist. Oft konnte er gerade einmal für wenige Minuten durch schmale Wolkenlücken hindurch tief am Horizont in der Dämmerung erkannt werden. Das Objekt erreichte nur einen geringen Winkelabstand zur Sonne und ging am Abendhimmel kurz nach ihr unter.

Veli Matti Pelttari
Komet McNaught in der Abend- Dämmerung
Obwohl die Beobachtungsbedingungen eher ungünstig waren und die volle Pracht des Kometen daher nur andeutungsweise erkannt werden konnte, trafen die gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel dennoch weltweit betrachtet die besten Vorraussetzungen für eine Sichtung von McNaught zur Zeit seiner Perihelpassage an. Vom Jahresbeginn bis zum 13. Januar beeindruckte der Schweifstern die Beobachter mit steigender Helligkeit zwischen etwa 0. und -4. Größe und einem wenige Grad langen Schweif. Seine Helligkeit entwickelte sich somit sogar noch günstiger als zuvor prognostiziert.

Sean Walker
Komet McNaught am Tageshimmel
Der Komet McNaught durchlief am 12. Januar 2007 sein Perihel und näherte sich dem Zentralgestirn dabei auf bis zu 0,17 Astronomische Einheiten (A.E.) an. Sein Orbit verlief also innerhalb der Merkurbahn in einer Entfernung von nur 25,5 Millionen Kilometern von der Sonne. Kurz nach seiner Perihelpassage erreichte der Komet am 14. Januar 2007 seine maximale Helligkeit von fast -6. Größe. Damit ist er seit Ikeya-Seki aus dem Jahre 1965 der hellste beobachtete Komet am Himmel -

Schätzungen zufolge besitzt der Kern des Kometen einen Durchmesser von etwa 5 bis 10 Kilometern. Damit ist McNaught kein besonders großes Objekt wie beispielsweise der Jahundertkomet Hale-Bopp, der im Jahr 1996 für Aufsehen sorgte und einen Kern von rund 50 Kilometern Durchmesser besaß. McNaughts auffällige Erscheinung lässt sich vieleher drauf zurückführen, dass er der Sonne besonders nahe kam. Da sich McNaught auf einer leicht hyperbolischen Bahn befindet, wird es nicht zu einer weiteren Annäherung an die Sonne kommen. McNaught wird sich in die Tiefe unserer Galaxie zurück ziehen.

Beeindruckende Fotos des Kometen finden Sie in der »AstroFoto-Galerie.

Beobachtung durch Raumsonden

STEREO
Komet McNaught am 11. Januar 2007 im
Kurz bevor der Komet seine größte Helligkeit erreichte, brachte die NASA die erste der beiden Raumsonden der Stereo-Mission zum Einsatz. STEREO überwacht eigendlich die Aktivitäten in der Atmosphäre der Sonne und soll dreidimensionale Aufnahmen erstellen. Da sich der Komet durch das Sichtfeld der hochauflösenden Kameras bewegte konnte die Gelegenheit genutzt werden und eine Aufnahme angefertigt werden. Die Aufnahme des Heliospheric Imager des SECCHI- Experiments an Bord von STEREO zeigt zahlreiche Details im Schweif des Kometen. Bereiche nahe des Kometenkerns sind stark überbelichtet und erzeugen einen hellen Strich, der sich durch das Bild zieht.

ESA, NASA, astrocorner.de
Animation des Kometen McNaught auf den Bildern von SOHO
Vom 11. bis zum 15. Januar 2007 befand sich der Schweifstern so nahe der Sonne, dass er im Blickfeld des Sonnenobservatoriums SOHO sichtbar wurde. Seine extraordinäre Entwicklung konnte hier live miterlebt werden, da die Bilder der Raumsonde kurz nach ihrer Anfertigung im Internet veröffentlicht werden und somit fast in Echtzeit zu bewundern waren. Auf den Aufnahmen des Coronographen C3 von SOHO war McNaught als extrem helles und ausgedehntes Objekt zu erkennen. McNaught fächerte seinen hellen Staubscheif über 90° weit auf.
Rekordkomet am Tageshimmel
Der Komet McNaught zog am 13. Januar in einem Abstand von etwa 5 Grad östlich an der Sonne vorüber und konnte dabei sogar am Tageshimmel beobachtet werden. Besonders eindrucksvoll erschien das Objekt durch einen Feldstecher oder ein Fernrohr hindurch betrachtet. McNaught zeigte selbst am blauen Himmel einen kurzen Schweifansatz.

astrocorner.de
Bahn des Kometen C/2006 P1 (McNaught) Mitte Januar 2007 am Tageshimmel. Die angegebenen Positionen beziehen sich auf 12 Uhr MEZ des jeweiligen Tages. Der die Sonne umspannende Kreis markiert das Blickfeld der Kamera C3 an Bord des Sonnenobservatoriums SOHO. McNaught wird hier vom 12. bis zum 15. Januar 2007 zu erkennen sein. Die Skala im rechten Bildbereich zeigt Abstände von je 1 bzw. 5 Grad.

Helligkeitsentwicklung im Perihel

Januar 2007 visuelle Helligkeit Elongation
11 -3,5 mag  
12 -4,0 mag  
13,5 -5,5 mag 5,8°
14 -5,7 mag 5,4°
14,5 -5,6 mag 5,6°
15 -5,2 mag 6,3°
15,5 -4,6 mag 7,4°
16 -4,0 mag 8,7°
16,5 -3,5 mag 10,1°
17 -3,0 mag 11,5°
17,5 -2,5 mag 12,9°

Sichtung von der Südhalbkugel

Jamie Newman
Komet McNaught am Abendhimmel von Auckland (Neuseeland)
Nach seiner nahen Begegnung mit der Sonne wechselte der Komet auf die südliche Hemisphäre. Hier zeigt er eine deutlich kräftigere Aktivität als in den Tagen vor seiner Perihelpassage und gewinnt jeden Tag an Höhe. Sein imposanter Staubschweif ist weit aufgefächert und zeigt deutliche Strukturen.

Die Helligkeit des Kometen wird in den kommenden Tagen nach und nach zurückgehen. Sollte es zu plötzlichen Aktivitätsausbrüchen kommen, oder gar eine Kernteilung stattfinden, ist allerdings auch ein nochmaliger kurzzeitiger Anstieg seiner Helligkeit möglich.

astrocorner.de
Helligkeitskurve des Kometen C/2006 P1 (McNaught) für dessen Sichtbarkeitsperiode zur Jahreswende 2006/2007 - die Helligkeit zur Zeit der Perihelpassage lag sogar noch fast 2 Größenklassen über dem hier angegebenen Wert
Streamers ragen über den Horizont
Rob Ratkowski
Schwache Ausläufer des Schweifs über dem Horizont
Beobachter auf der Nordhalbkugel, die den Kopf des Kometen mittlerweile nicht mehr sehen können, da er am Abendhimmel schon vor der Sonne untergeht, können noch immer die schwächsten Ausläufer des Schweifs von McNaught erkennen.

Einige der kräftigsten Streamer des langen und gekrümmten Staubschweifs ragen noch immer über den Horizont. Diese sind jedoch nur von besonders dunklen Beobachtungsplätzen nach Ende der Dämmerung am westlichen Horizont zu beobachten. Zum Auffinden der lichtschwachen Strukturen werden Orte empfohlen, von denen aus auch das Zodiakallicht erkannt werden kann.

Einige Beobachter berichten von Sichtungen des Staubschweifs selbst bis zu zwei Stunden nach dem eigentlichen Untergang des Kometenkopfes. Eine solch spektakuläre Erscheinung wurde letztmals im Jahr 1744 von Jean-Philippe Loys de Cheseaux beobachtet, als der Komet 1744 C/1743 X1 (Klingenberg-de Chéseaux) den Himmel verzierte. Dieser Komet entwickelte 6 bis 11 Schweifstrahlen, die ebenfalls noch nach Untergang des Kopfes erkennbar waren.
Beobachtung in der Dämmerung
Der Komet C/2006 P1 (McNaught) konnte im Dezember 2006 nur in der bürgerlichen Dämmerung beobachtet werden. Von Anfang November bis Mitte Dezember 2006 ging seine Elongation von der Sonne zudem von etwa 30° auf weniger als 15° zurück und stieg erst danach wieder leicht an.

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Bahn des Kometen C/2006 P1 (McNaught) Anfang Januar 2007 am Morgenhimmel.

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Bahn des Kometen C/2006 P1 (McNaught) Anfang Januar 2007 am Abendhimmel.

Ende Dezember verließ der Komet die Sternbilder Schlangenträger und Schlange und durchquerte zur Jahreswende den Pfeil. Im Januar 2007 konnte McNaught in südlichen Bereichen des Adlers aufgefunden werden. Danach wechstelte er mit hoher Winkelgeschwindigkeit in den Schützen und verschwand auf der nördlichen Hemisphäre aus unserem Blickfeld.

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Bahn des Kometen C/2006 P1 (McNaught) von Ende November 2006 bis Mitte Januar 2007.

Nur in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres tauchte er auch in der nautischen Dämmerung auf. Zu dieser Zeit erreichte McNaught Helligkeiten, die ihn zu einem sehr attraktiven visuellen und fotografischen Objekt machten. Der Komet stand bei Sonnenuntergang nur rund 10° über dem Horizont, bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung etwa 7°, und bei Ende der bürgerlichen Dämmerung noch rund 5 ° hoch. Der Untergang des Kometen erfolgte spätestens zum Ende der nautischen Dämmerung.

Die Grundvorraussetztung zur optimalen Beobachtung des Kometen war besonders gutes Wetter mit freier Sicht bis tief hinunter zum Horizont.

Nach seiner Perihelpassage ging McNaught fast zeitgleich mit der Sonne unter. Danach war er von der Nordhalbkugel nicht mehr zu erkennen. Von der Südhalbkugel aus betrachtet sollte er ab Ende Januar auch am dunklen Nachthimmel zu einer spektakulären Erscheinung werden.
Bahnelemente
Größe Wert
Epoche 2007 Jan. 20.0 TT = JDT 2454120.5
Periheltermin (T) 2007 Jan. 12.79895 TT
Perihelargument (ω) 155.97648°
Periheldistanz (q) 0.1707278 AE
Knotenlänge (n) 267.41500°
Exzentrizität (e) 1.0000135
Bahnneigung (i) 77.83694°
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