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LONEOS (2007)

Komet C/2007 F1
Schweifstern am herbstlichen Abendhimmel
von Maximilian Behr
Ende Oktober 2007 wird sich für Hobbyastronomen und einfache Himmelsbeobachter wieder ein Komet der helleren Art zu den Herbststernbildern gesellen. Es handelt sich um den Schweifstern C/2007 F1 (LONEOS), der am 28. Oktober seinen sonnennächsten Punkt passieren wird und dann eine maximale Helligkeit nahe der 4. Größenklasse erreichen könnte.
Helligkeitsprognose
Christoph Rollwagen
Komet LONEOS am 15. Oktober 2007 mit grünlicher Koma und feinem Ionenschweif
Die geringste Distanz des Kometen zur Sonne wird etwa 60 Mio. km (0,402245 A.E.) betragen. Bereits einen Tag nachdem der Komet sein Perihel passiert haben wird, gerät er in Erdnähe und ist dann rund 106 Mio. km (0,71 A.E.) von uns entfernt. Treffen die Prognosen zu, sollte er unter günstigen Beobachtungsbedingungen eigentlich mit dem bloßen Auge zu erkennen sein. Allerdings geht LONEOS bereits mit dem Ende der Abenddämmerung am Westhorizont unter und bietet daher recht ungünstige Beobachtungsbedingungen.

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Helligkeitskurve des Kometen C/2007 F1 (LONEOS) für dessen Sichtbarkeitsperiode im Herbst 2007 - die prognostizierte Helligkeit zur Zeit der größten Sonnennähe könnte ihn unter günstigen
Umständen mit dem bloßen Auge erkennbar werden lassen

Zur Beobachtung des Kometen sollten lichtstärkere Optiken wie Feldstecher oder Teleskope zum Einsatz kommen. Als Beobachtungsstandort sollten Ballungsräume gemieden werden, da hier die Lichtverschmutzung ein Auffinden zusätzlich erschwert. Flache Ebenen (Felder, Wiesen, Weiden etc.) mit klarer Horizontlinie außerhalb künstlicher Lichtquellen sind ideal und bieten trotz der Dämmerung deutlich bessere Beobachtungsbedingungen.
Kometenbahn
Die scheinbare Bewegung von C/2007 F1 vor dem Sternenhintergrund verläuft nördlich des Sternbilds Löwe (Leo), durch das Haar der Berenike (Com), am Bärenhüter (Boo) vorbei, bis hin zur Waage (Lib). Während seiner maximalen Helligkeit wird er zwischen Waage und Skorpion zu finden sein. »detailierte Karte im PDF-Format

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Bahn des Kometen C/2007 F1 (LONEOS) von Ende August bis Anfang November 2007.

Die Helligkeit von LONEOS entwickelte sich im September bereits günstiger als zuvor erwartet. Ende September wurde der Komet visuell auf 9 mag geschätzt. Damit war das Objekt fortan mit gehobener Amateur-Ausrüstung zu lokalisieren.

Die Magnitude stieg weiter rapide an und überschritt Anfang Oktober die 8. Größenklasse. Bis zur Monatsmitte durchstriff C/2007 F1 das Sternbild Haar der Berenike. Seine Helligkeit erreichte dabei schnell die 6. Größe.

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Detailkarte der Bahn des Kometen C/2007 F1 (LONEOS) im Oktober 2007. Die angegebenen Positionen gelten für den jeweiligen Tag um 0 Uhr MEZ.

Am 19. Oktober passierte C/2007 F1 den Hauptstern im Bärenhüter, Arktur, wodurch ein Auffinden deutlich erleichtert wurde. Arktur wiederum lässt sich am Abendhimmel ganz ohne Sternenkarte finden, indem man die Deichsel des Großen Wagen weiterschwingt, bis der nächst hellere Stern in diesem Bogen erscheint. Jener ist Arktur - er zeigt eine leicht orange Färbung im Feldstecher.

Zwei Tage später, um den 20. Oktober, hatte der Komet seine abendliche Horizontdistanz auf das Maximum ausgebaut. Zu Beginn der zweiten Oktoberhälfte berichteten erste Beobachter, dass LONOES auch mit dem bloßen Auge erkannt werden könnte.

Am 26. Oktober passiert der Komet den etwa gleich hellen Kugelsternhaufen M5 (5,8 mag), mit dem er dann im Feldstecher leicht zu verwechseln sein dürfte.

Danach zieht der Komet weiter westlich an der Jungfrau vorbei, bevor er am 28. in das Sternbild Waage übergeht. Hier wird er in maximaler scheinbarer Helligkeit von etwa 4 mag erscheinen.

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Positionen des Kometen C/2007 F1 (LONEOS) im Oktober 2007 etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang in der fortgeschrittenen Abenddämmerung.

Es sei betont, dass es sich bei den Helligkeitsangaben um wage Prognosen handelt. Trotz nicht ganz optimaler Voraussetzungen könnte C/2007 F1 ein Überraschungskomet werden. Unvorhersehbare Aktivitätsausbrüche könnten seine Helligkeitsentwicklung positiv beeinflussen. Doch selbst wenn die Prognosen nicht übertroffen werden, wird dieser Komet für alle Beobachter ein lohnenswertes Objekt am Herbsthimmel sein.
Geschichte des Kometen
Der Komet C/2007 F1 wurde am 19. März 2007 im Sternbild Löwe, nahe der Galaxie NGC 3646, als Objekt 19. Größe von dem amerikanischen Astronomen Brian A. Skiff in Flagstaff, Arizona entdeckt. Es ist bereits seine achte Kometenentdeckung im Rahmen des LONEOS-Programms.

LONEOS (Lowell Observatory Near-Earth Object Search) ist ein halbautomatisch agierendes Suchprogramm, welches unter der Schirmherrschaft der NASA steht und 1993 gestartet wurde. In erster Linie ist es dafür vorgesehen, erdbahnkreuzende Asteroiden - so genannte NEOs (Near Earth Objects) - möglichst früh zu entdecken und damit unter Umständen als Frühwarnsystem zu dienen.

Ausgestattet mit leistungsstarker Optik und CCD-Automatiken kann LONEOS Objekte erfassen, die rund 100.000mal lichtschwächer sind als jene, die mit bloßem Auge gerade noch auszumachen wären. So meldete das Lowell Observatorium in den vergangenen Jahren der Internationalen Astronomischen Union (IAU) rund 2,8 Millionen Beobachtungen von Asteroiden und Kleinplaneten. Seit 2004 konnte Lowell insgesamt 213 Objekte als Neuentdeckungen verzeichnen, unter ihnen 16 Kometen.
Bahnelemente
Größe Wert
Epoche 2007 Oct. 27.0 TT = JDT 2454400.5
Periheltermin (T) 2007 Oct. 28.7340 TT
Perihelargument (ω) 153.7139°
Periheldistanz (q) 0.402245 AE
Knotenlänge (n) 172.8859°
Exzentrizität (e) 1.000119
Bahnneigung (i) 116.0747°
aus 123 Beobachtungen vom 19. März bis 7. Juli 2007
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