Der Komet Lulin erreichte am 22. August 2008 seine maximale südliche Deklination von -21°. Am 26. November 2008 stand er von der Erde aus betrachtet in Konjunktion mit der Sonne und war daher im letzten Quartal des Jahres 2008 nicht zu beobachten.
Etwa zur Weihnachtszeit tauchte der Schweifstern wieder am Morgenhimmel auf. Anfang 2009 wanderte er aus dem
Skorpion kommend nordwestwärts durch die Waage in Richtung
Jungfrau.
Seine weitere Bahn führte ihn durch das Sternbild
Löwe, später durch den
Krebs und die
Zwillinge. Lulin wurde Anfang 2009 schnell heller und seine günstigste Beobachtungszeit verlagerte sich von den frühen Morgenstunden in die Zeit um Mitternacht.
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| Positionen des Kometen C/2007 N3 (Lulin) zu Beginn des Jahres 2009 am Morgenhimmel - das Objekt gewann nach und nach an Höhe und war später die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. |
Die ersten beiden mondlosen Beobachtungsphasen dauerten vom 26. Dezember 2008 bis 8. Januar 2009, sowie vom 22. Januar bis zum 5. Februar 2009 an, während der Komet am Morgenhimmel sukzessive an Höhe und Helligkeit gewann.
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| Joseph Brimacombe |
| Aufnahme des Kometen C/2007 N3 (Lulin) vom 22. Februar 2009, die aus 50 gestackten Einzelbildern à 3 Minuten Belichtungszeit erstellt wurde. Die Kamera wurde der rasanten Bewegung des Kometen über den Sternhimmel nachgeführt. Vor allem der Ionenschweif zeigt beeindruckende Details. |
Lulins günstigste Beobachtungszeit
Lulins mit Abstand günstigste Beobachtungsperiode begann am 15. Februar 2009 und dauerte bis zum 6. März an. Mit dem Rückzug des Mondes vom Morgenhimmel war eine ungestörte Beobachtung des recht hellen Kometen möglich. Die nahe Erdpassage am 24. Februar konnte sehr vorteilhaft verfolgt werden - der Komet stand zu dieser Zeit in Opposition zur Sonne und befand sich somit um Mitternacht hoch am Himmel.
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| Dynamische Ausgasungsprozesse des Kometen C/2007 N3 (Lulin) |
Letztlich wird es noch einmal ab dem 12. März bis zum Monatsende möglich sein, den dann wieder viel lichtschwächeren Kometen ohne störendes Mondlicht am Abendhimmel aufzufinden.
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| Helligkeitskurve des Kometen C/2007 N3 (Lulin) für dessen Sichtbarkeitsperiode 2008/2009 |
Besondere Bahngeometrie
Lulin bewegt sich retrograd, also entgegen der gewöhnlichen Umlaufrichtung durch das Sonnensystem. Bei seinem nahen Vorbeiflug an der Erde zog er daher mit hoher Winkelgeschwindigkeit über den Himmel. Seine Bahn vor dem Sternhimmel führte weitgehend geradewegs entlang der Ekliptik, da die Neigung seines Orbits zur Erdbahnebene nur rund 1,5° betrug.
Der Ionenschweif des Kometen zeigte zunächst in Zugrichtung des Kometen. Während der nahen Erdpassage befand sich der Schweifstern am Nachthimmel fast exakt gegenüber der Sonne. Somit fiel unser Blick zu dieser Zeit in die gleiche Richtung wie der Gasschweif des Kometen. Kurz nachdem der bläuliche Schweif am 25./26. Februar hinter der Koma des Kometen verschwand, wurde er wieder auf der entgegengesetzten Seite (entgegen der Zugrichtung) sichtbar und wies in Folge dessen eine um 180° versetzte Richtung auf.
Der Staubschweif des Kometen Lulin war immer entgegen seiner Zugrichtung sichtbar. Da sich die Erde über die gesamte Sichtbarkeitsperiode hinweg fast genau in der Bahnebene des Kometen befand, fächerte der Staubschweif nicht weit auf und war vieleher als schmale Linie sichtbar, die die zurückgelegte Bahn des Kometen markierte. Bis zur Oppositionsstellung des Kometen war der Staubschweif um 180 Grad versetzt zum Ionenschweif - also als Gegenschweif - zu erkennen.
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| Bahn des Kometen C/2007 N3 (Lulin) vor dem Sternhimmel vom 1. Januar bis zum 26. März 2009 |
Begegnungen mit anderen Himmelsobjekten
Auf seiner Bahn über den winterlichen Nachthimmel passierte der Komet Lulin einige Himmelsobjekte in geringer Entfernung. Vor allem auf seinem Weg durch die Sternbilder Jungfrau und Löwe kam es zu einigen nahen Begegnungen mit mehr oder weniger hellen Galaxien.
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So näherte sich Lulin beispielsweise am 6. Februar dem 2,7 mag hellen Stern Zuben Elgenubi und am 7./8. Februar der Spiralgalaxie NGC5728.
Am 16. Februar 2009 zog der Komet Lulin etwa 3 Grad nördlich an Spica, dem etwa 1 mag hellen Hauptstern der Jungfrau vorüber - in einem Fernglas konnten beide Himmelsobjekte gemeinsam erkannt werden. Danach begegnete der flinke Komet am 18./19. Februar der elliptischen Galaxie NGC4697 und am 19./20. Februar der Galaxie NGC4546.
Am 23./24. Februar, dem Tag der größten Erdnähe, passierte Lulin die elliptische Galaxie NGC3640 sowie den Ringplaneten Saturn rund 2 Grad südlich. Am 27./28. Februar näherte sich der Schweifstern dem Hauptstern im Sternbild Löwe Regulus in einem Abstand von nur 40 Bogenminuten, am 5./6. März dem offenen Sternhaufen M44 (Praesepe) in einer Distanz von etwa 2 Grad, am 13./14. März dem planetarischen Nebel NGC2392, sowie am 16. März dem offenen Sternhaufen NGC2420.