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Juni-Boötiden

Extrem schwacher Meteorstrom mit seltenen Ausbrüchen
Der Meteorstrom der Juni-Boötiden findet seine größte Aktivität alljährlich am 27./28. Juni. Meist können selbst im Maximum nur so wenige Meteore beobachtet werden, dass dieser Strom kaum auffällt (ZHR = 1-2 Meteore/Stunde). Zudem erscheinen größtenteils nur sehr schwache Sternschnuppen, mit durchschnittlichen Helligkeiten der 5. Größenklasse.

In einigen Jahren wurden aber auch schon besonders hohe Fallraten mit vielen Feuerkugeln beobachtet. Zuletzt wurden Meteor-Beobachter in den Jahren 1998 und 2004 von recht starken Ausbrüchen überrascht, die Fallraten von bis zu hundert Meteoren pro Stunde erreichten. In den darauf folgenden Jahren fiel die Aktivität jedoch wieder sehr bescheidend aus.
Langsame Sternschuppen am Sommerhimmel
Die Juni-Boötiden sind jedes Jahr vom 26. Juni bis zum 2. Juli aktiv. Der Radiant der Juni-Boötiden liegt bei den Himmelskoordinaten 14h56m RA, 48° DE im nördlichen Bereich des Sternbilds Boötes (Bärenhüter), das zur entsprechenden Jahreszeit nach Sonnenuntergang hoch über dem Südwest-Horizont steht.

Mutterkomet

Die winzigen, selten die Staubkorn-Größe überschreitenden Objekte, die in die Erdatmosphäre eindringen und so die markannte Leuchterscheinung hervorrufen, stammen im Falle der Juni-Boötiden vom periodischen Kometen 7P/Pons-Winnecke.

Der Komet umrundet die Sonne alle 6,37 Jahre auf einer elliptischen Umlaufbahn, die ihn von einem Punkt nahe des Erdorbits bis hinter die Umlaufbahn des Planeten Jupiter führt. Während jeder Annäherung an die Sonne verliert der Kometenkern staubiges Material, das sich entlang seiner Umlaufbahn ansammelt.

Wenn die Erde am 27. Juni diese Bahn kreuzt, treten die kleinen Partikel mit einer Relativ-Geschwindigkeit von etwa 18 km/s in die Erdatmosphäre ein. Somit handelt es sich hierbei um Meteore, die sich besonders langsam über den Himmel bewegen.
Starke Aktivitätsausbrüche
1916, 1921 und 1927

Zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Umlaufbahn von 7P/Pons-Winnecke durch die Gezeitenkräfte des Planeten Jupiter recht stark verändert, so dass die Kometenbahn zeitweise sehr nahe an die Erdbahn herangeführt wurde.

Die Erde bewegte sich in den Jahren 1916, 1921 und 1927 durch eine nur kurz zuvor freigesetzte Staubwolke des Kometen und so konnte es zu einer deutlich erhöhten Meteor-Aktivität kommen. Anschließend entfernte sich die Kometenbahn wieder von der Umlaufbahn der Erde und der Meteorstrom produzierte in den Folgejahren wieder wie gewohnt nur äußerst wenige Sternschnuppen.

1998, 2004

Auch am 27. Juni 1998 wurden die Himmelbeobachter überrascht, als plötzlich mehr als 100 Meteore pro Stunde aus dem Sternbild Boötes strömten. Die außergewöhnliche Aktivität dauerte ungefähr 7 Stunden an. Ein letztes Mal erschien ein Ausbruch der Juni-Boötiden im Jahr 2004 mit einer Fallrate von bis zu 50 Meteoren pro Stunde.

Die in den beiden Jahren beobachteten Meteore stammen allerdings von Schweif-Filamenten des Kometen Pons-Winnecke, die bereits im 19. Jahrhundert produziert wurden und deren Umlaufbahnen sich recht stark von der heutigen Bahn des Mutterkometen unterscheiden.
Künftige Aktivität
Die Prognose von Aktivitäts-Ausbrüchen ist im Falle der Juni-Boötiden recht schwierig. Meteor-Wissenschaftler sagen jedoch einen möglichen schwachen Aktivitäts-Anstieg für die Jahre 2010, 2028 und 2039 voraus.

Aktivität im Jahr 2010

Im Jahr 2010 wird die Erde erneut Staubwolken aus dem 19. Jahrhundert durchqueren. Diesmal werden diese jedoch weiter von uns entfernt sein, als in den Jahren 1998 und 2004. Pessimistische Prognosen gehen davon aus, dass keinerlei erhöhte Aktivität nachzuweisen sein wird, realistische Vorhersagen lassen auf eine bescheidene Aktivität von nur wenigen Meteoren pro Stunde schließen.

Allerdings ist die Vorhersage von Meteorströmen äußerst schwierig. 2010 wird die Erde mit mehreren Schweiffilamenten des Kometen 7P in Kontakt kommen, die bereits 6 und 12 Jahre zuvor zu einer deutlichen Boötiden-Aktivität geführt haben. Unvorhersehbare Aktivitätssteigerungen sind auch im Jahr 2010 durchaus möglich.

Interessierte Meteor-Beobachter sollten vor allem in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni Ausschau nach den seltenen Juni-Boötiden halten. Leider wird der fast volle Mond eine Beobachtung der schwächsten Meteore nahezu unmöglich machen.

Boliden-Sturm im Jahr 2045

In der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts sollte sich die Umlaufbahn des Kometen 7P erneut der Erde annähern. Die geringste Entfernung der beiden Orbits wird wahrscheinlich während der Perihel-Passagen in den Jahren 2039 und 2045 erreicht. Dies wird sehr wahrscheinlich zu einer stark erhöhten Aktivität der Juni-Boötiden führen.

Für das Jahr 2045 wird daher ein regelrechter Sturm langsamer Boliden mit einer Fallrate von 5.000-7.000 Meteoren pro Stunde erwartet. Ähnlich wie die Leoniden könnten also auch die Juni-Boötiden ein gewaltiges Meteor-Feuerwerk an den Himmel zaubern.

2. Hälfte des 21. Jahrhunderts

In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird sich der Kometenorbit stabilisieren. Die Aktivität der Juni-Boötiden sollte in dieser Zeit immer dann eine leicht erhöhte Fallrate zeigen, wenn der Komet sein Perihel durchläuft. Ausbrüche mit etwa 100 Meteoren pro Stunde werden für die Jahre 2063 und 2093 erwartet. Weniger Strake Aktivitäten werden für die Jahre 2051, 2081 und 2095 prognostiziert.
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