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Quadrantiden

Reicher Sternschnuppenschauer zu Jahresbeginn
Nachdem die letzten Silvesterraketen der Neujahrsnacht verglüht sind, huschen erneut seltsame geräuschlose Leuchtspuren über den Nachthimmel. Mit einem feinen Feuerwerk eröffnet der Quadrantiden-Meteorstrom das neue Jahr.
Winterliches Naturschauspiel
Die mit 41 km/s eher langsamen Sternschnuppen erscheinen zwischen dem 1. und 6. Januar. Die Quadrantiden gehören zu den reichhaltigsten jährlich wiederkehrenden Meteorströmen.

Aufgrund häufig schlechten Wetters zur Zeit der größten Aktivität und dem besonders kurz ausfallenden Maximum dieses Stroms sind die Quadrantiden allerdings nur wenig bekannt.

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Radiant der Quadrantiden

Die meist lichtschwachen Meteore scheinen aus dem Sternbild Bootes (Rinderhirte) zu stammen und werden daher häufig auch als Bootiden bezeichnet. Der ursprüngliche Name Quadrantiden leitet sich vom Sternbild Mauerquadrant (Quadrans Muralis) ab, das allerdings nicht mehr offiziell geführt wird. Das Sternbild findet sich in Sternkarten des frühen 19. Jahrhunderts in einem Himmelsareal zwischen dem Drachen, Herkules und Bootes. Es wurde neben anderen Sternbildern von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im Jahr 1922 mit der offiziellen Benennung von 88 Sternbildern abgeschafft.

Das spitze Maximum tritt in jedem Jahr ungefähr am 3.oder 4. Januar auf. Dabei können in der Stunde bis zu 120 Meteore beobachtet werden. Teilweise wurden auch schon bis zu 200 Sternschnuppen in der Stunde gesichtet. Die größte Aktivität dauert nur etwa ein oder zwei Stunden lang an.

Der Radiant der Quadrantiden ist zirkumpolar. Dieser Strom kann also die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. In der ersten Nachthälfte liegt der Ausstrahlungspunkt jedoch noch sehr tief am Horizont. Die beste Beobachtungszeit sind die frühen Morgenstunden, wenn der Radiant bereits hoch am Himmel steht.

Hintergrund der Quadrantiden

Die Quadrantiden sind erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt. 1863 gelang dem Amerikaner Stillman Masterman eine erste genaue Bestimmung der Position des Radianten. Im frühen 20. Jahrhundert schwankten die beobachteten Zenitalraten noch erheblich. Im Jahr 1901 betrug die ZHR nur 17, 1909 wurde ein Wert von 202 verzeichnet. In geringerem Maße werden diese Intensitätsschwankungen auch noch heute beobachtet.

Als Mutterkörper der Quadrantiden wird der am 6. März 2003 entdeckte Asteroid 2003 EH1 vermutet, dessen Umlaufbahn um die Sonne mit der Bahn der Quadrantiden recht gut übereinstimmt. Möglicherweise handelt es sich bei 2003 EH1 um den inaktiven Rest eines noch viel größeren, vor über 500 Jahren zerfallenen Kometenkerns.

Der Komet C/1490 Y1 könnte als solcher Ursprungskörper in Frage kommen, da auch seine Bahnelemente recht gut zu den Quadrantiden passen. Im Jahr 1491 beobachteten chinesische, koreanische und japanische Astronomen das helle Aufleuchten dieses Kometen, nachdem dessen Kern möglicherweise in viele kleinere Fragmente zerbrach. Die Gesamtmasse der im Quadrantiden-Strom eingeschlossenen Meteoroiden-Masse ist ungewöhnlich hoch. Sie besitzen schätzungsweise die 100- bis 1000-fache Masse eines üblichen Sternschnuppenstroms.

Zukunft der Quadrantiden

Die Umlaufbahn der Quadrantiden ist im Laufe der Zeit starken Änderungen unterworfen. Der Theorie zufolge müsste sich die Bahnneigung in den letzten 1500 bis 5400 Jahren durch nahe Begegnungen mit dem Planeten Jupiter von ehemals 13 Grad auf heutige 71 Grad verändert haben - sofern der Strom bereits solange existiert. Ebenso verschob sich der Perihelabstand von einst 0,10 astronomischen Einheiten (A.E.) auf den heutigen Wert von 0,78 A.E.

Berechnungen der künftigen Bahnveränderungen des Quadrantiden-Stroms zeigen, dass es in einigen Jahrhunderten zu keiner Begegnung mit der Erde mehr kommen wird und die Quadrantiden somit verschwinden dürften.
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