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07.05.2003

Merkur-Transit
Merkur-Tansit am 7. Mai 2003
Christoph Rollwagen
Merkur-Transit am 7. Mai 2003
Am Mittwoch, dem 7. Mai 2003 hat Merkur in den Vormittagsstunden die Sonnenscheibe zum ersten Mal seit 1999 wieder überquert. Der zuvor letzte in Mitteleuropa vollständig beobachtbare Merkurtransit ereignete sich fast 30 Jahre früher - am 10. November 1973.

Diesmal war der gesamte Verlauf dieses äußerst seltenen Ereignisses weiträumig von Afrika, Asien und auch Europa aus beobachtbar. In Australien, Neu Seeland, Japan und Alaska war der Anfang dieses Ereignisses zu beobachten, doch die Sonne ging vor dem Ende unter. Dementsprechend konnten Beobachter im westlichen Teil Afrikas und vom östlichen Teil Nord- und Südamerikas aus nur das Ende miterleben, da das Ereignis für diese Regionen bereits vor Sonnenaufgang begonnen hatte.

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Globaler Verlauf des Transits vom 7.05.2003
 dunkelgrün = vollständig sichtbar
 hellgrün = teilweise sichtbar
 grau = nicht sichtbar

Ereignis
Zeit in MESZ
Position (Winkel)
1. Kontakt
07:12:56
15°
2. Kontakt
07:17:24
14°
Mitte (Maximum)
09:52:23
333°
3. Kontakt
12:27:19
292°
4. Kontakt
12:31:46
291°
geozentrische Phasen des Merkur-Transits vom 8.Mai 2003

Die obere Tabelle liefert nähere Angaben zu markannten Ereignissen des Merkurtransits vom 7. Mai 2003. Die hier für jeden Kontakt angegebenen Positionswinkel des Planeten gelten entgegen dem Uhrzeigersinn ausgehend vom Nordpol der Sonne.

SOHO
Fotomontage vom Verlauf des Merkur-Transits am 8. Mai 2003 beobachtet von SOHO auf dem Lagranche-Punkt L1
Beachten Sie, dass sich die Zeit- und Positionsangaben auf dem Mittelpunkt der Erde beziehen (geozentrische Angaben). Die tatsächlichen Kontaktzeiten für bestimmte Beobachtungsorte auf der Erdoberfläche können davon mehrere Minuten abweichen. Aufgrund des veränderten Sichtwinkels kann das Merkurscheibchen von 12,1 Bogensekunden Durchmesser um bis zu 16 Bogensekunden von seiner Position abweichen.

Die folgende Tabelle enthält Angaben zu den genauen Kontaktzeiten in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) für verschiedene Beobachtungsorte mit ihren geographischen Koordinaten. t1, t2, t3 und t4 geben die Zeiten für die jeweiligen Kontakte an. P1 steht für den Phasenwinkel während des ersten Kontakts, P4 dementsprechend für den Phasenwinkel beim vieten Kontakt. Die Angabe tM markiert die Mitte (maximale Phase) des Transits, wenn der Planet den minimalen Abstand zum Zentrum der Sonnenscheibe hat.

Ort
n.B.
ö.L.
t1
P1
t2
tM
t3
t4
P4
D
50°
00'
10°
00'
07:11:30
15,9°
07:15:55
09:52
12:28:06
12:32:30
290,5°
B
52°
29'
13°
29'
07:11:27
15,9°
07:15:52
09:52
12:28:02
12:32:26
290,5°
HH
53°
29'
10°
15'
07:11:23
15,9°
07:15:48
09:52
12:28:07
12:32:32
290,5°
S
48°
47'
09°
12'
07:11:33
15,9°
07:15:58
09:52
12:28:08
12:32:32
290,5°
Athen
38°
00'
23°
44'
07:12:05
15,8°
07:16:30
09:52
12:27:33
12:31:57
290,6°
Helsinki
60°
10'
24°
57'
07:11:15
15,9°
07:15:40
09:52
12:27:51
12:32:15
290,4°
London
51°
37'
00°
14'
07:11:22
15,9°
07:15:47
09:52
12:28:23
12:32:47
290,4°
Paris
48°
50'
02°
20'
07:11:29
15,9°
07:15:54
09:52
12:28:18
12:32:43
290,5°
Rom
41°
53'
12°
30'
07:11:50
15,8°
07:16:15
09:52
12:27:58
12:32:22
290,6°
genaue Kontaktzeiten (t) in MESZ und Phasenwinkel (P) des Merkur-Transits vom 7. Mai 2003 für verschiedene deutsche und europäische Orte mit Angabe der geographischen Koordinaten
D: zentraler Punkt in Deutschland, B: Berlin, HH: Hamburg, S: Stuttgart

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Pfad des Planeten Merkur über die Sonnenscheibe am 7. Mai 2003
Der minimale Abstand von der Mitte der Sonnenscheibe betrug 708,3 Bogensekunden (11'48"). Der scheinbare Sonnenradius umfasste an diesem Tag 15'51". Somit beschrieb das dunkle Merkurscheibchen nur eine relativ kurze Sehne auf der kreisförmigen Sonnenscheibe.

Die Wanderung von Merkur vor der Sonnenscheibe erolgte rückläufig, also von Ost nach West, da er sich in unterer Konjuktion befand.

Das Merkurscheibchen benötigte beim Beginn des Durchgangs 205,5 Sekunden zum Überqueren des Sonnenrandes und am Ende des Transits 264,4 Sekunden.

Es wird empfohlen, solche Ereignisse mit Teleskopen mit einer 50fachen bis 100fachen Vergößerung zu beobachten, da das Merkurscheibchen nur 1/158 des Sonnendurchmessers ausmacht und somit mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist. Natürlich muss das Teleskop mit sicheren Filtern ausgestattet sein. Die visuellen und fotografischen Erfordernisse zur Beobachtung sind identisch mit denen der herkömmlichen Sonnenbeobachtung.
Bilder des Ereignisses
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