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Sternfelder

Erste Fotos vom Himmel
Sternfeldaufnahmen
Kurzbrennweitige Objektive erlauben es, weite Bereiche des Himmels abzulichten. So können ganze Sternbilder oder Teile der Milchstraße aufgenommen werden. Die Fotografie von sogenannten Sternfeldern kann auf zweierlei Arten erfolgen.

Sternfeldaufnahmen ohne Nachführung

Man kann versuchen, das Foto ohne Nachführung, adäquat der Strichspur-Aufnahmetechnik zu erstellen. Es muss allerdings darauf geachtet werden, die Belichtungszeiten sehr kurz zu halten, so dass auf dem resultierenden Foto möglichst kurze, bestenfalls nicht sichtbare Strichspuren erscheinen.

Je größer die Brennweite des Objektivs gewählt wird, desto höher ist auch die resultierende Vergrößerung. Von der Vergrößerung und der Deklination des abzulichtenden Himmelsobjektes (Entfernung vom Himmelsäquator in °) ist es abhängig, wie lange ein Objekt oder ein Teilbereich des Firmaments ohne Nachführung fotografiert werden kann.

Objekte nahe des Himmelsäquators bewegen sich scheinbar in 24 Stunden einmal entlang des gesamten Himmelsumfangs, also mit hoher Winkelgeschwindigkeit. Je näher sich die Objekte am Himmelsnord- oder Südpol befinden - je größer also ihre Deklination ist, desto langsamer scheinen sie sich am Himmel zu bewegen. Der Polarstern zum Beispiel scheint sich überhaupt nicht zu bewegen, da er sich am Himmelsnordpol befindet und sich um sich selbst dreht.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der in Abhängigkeit von Objektivbrennweite und Deklination des Himmelsobjektes maximal wählbaren Belichtungszeiten, die noch Aufnahmen ohne die Entstehung von Strichspuren zulassen.

Deklination Kamera-Objektivbrennweite in mm
38 50 100 135 200 400 500
12 s 8 s 4 s 3 s 2 s 1 s 1 s
10° 12 s 8 s 4 s 3 s 2 s 1 s 1 s
20° 13 s 9 s 4 s 3 s 2 s 1 s 1 s
30° 15 s 10 s 5 s 4 s 2 s 1 s 1 s
40° 16 s 11 s 5 s 4 s 3 s 1 s 1 s
50° 18 s 13 s 6 s 5 s 3 s 1 s 1 s
60° 23 s 16 s 8 s 6 s 4 s 2 s 1 s
70° 34 s 24 s 12 s 9 s 6 s 3 s 1 s
80° 69 s 48 s 24 s 18 s 12 s 6 s 2 s

Um diese kurzen Belichtungseiten optimal auszunutzen, empfiehlt es sich, Empfindlichkeiten ab ISO400 zu verwenden.

Einzelne nicht nachgeführte, kurz belichtete digitale Sternfeldaufnahmen können später am Rechner sogar addiert werden. Wenn dabei darauf geachtet wird, dass die Sterne der einzelnen zusammengeführten Ebenen genau über einander liegen, kann eine Nachführung quasi simuliert werden.

Nachgeführte Sternfeldaufnahmen

Sternbild Orion auf einer lang belichteten und nachgeführten Sternfeldaufnahme
Eine weitere, jedoch wesentlich aufwendigere Möglichkeit, Sternfeldaufnahmen zu erstellen, ist die Verwendung einer manuellen oder automatischen Nachführung, die die Rotation der Erde ausgleicht und das Entstehen von Strichspuren unterbindet. Durch diese Technik sind extrem lange Belichtungzeiten möglich, die in ihrem Resultat kontrast- und detailreiche Fotos ohne Sternspuren liefern kann.

Hierzu muss die Kamera mit einem Teleskop auf einer äquatorialen Montierung befestigt werden. Das Teleskop wird auf einen Leitstern ausgerichtet. Mit dessen Hilfe wird die Himmelsbewegung 'verfolgt' bzw. synchronisiert. Damit dies ohne Probleme über viele Minuten hinweg erfolgen kann, ist es unumgänglich, das Teleskop mit seiner Montierung optimal zu justieren.
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