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Möglicher Ausbruch der Alpha-Monocerotiden

von Christoph Rollwagen
19.11.2019  In jedem Jahr durchquert die Erde am 21./22. November den Strom staubiger Überreste eines unbekannten Kometen. Für gewöhnlich können dann vereinzelte Sternschnuppen beobachtet werden, meist jedoch nicht mehr als 5 Meteore pro Stunde. Ihr gemeinsamer Ausstrahlungspunkt befindet sich 5° südöstlich von Prokyon, dem Hauptstern der Konstellation Kleiner Hund. Für das Maximum der Alpha-Monocerotiden in diesem Jahr haben die Wissenschaftler Esko Lyytinen vom Finnish Fireball Network und der NASA/Ames-Spezialist Peter Jenniskens einen möglichen kurzen Aktivitätsausbruch vorherberechnet.
Schon in den Jahren 1925, 1935, 1985 und 1995 kam es zu ungewöhnlich starken Ausbrüchen dieses Meteorstroms. In diesem Jahr wird die Erde ähnlich nah an der Trümmerwolke vorbeiziehen wie schon 1995. Der Ausbruch wird für den Morgen des 22. November 2019 gegen 05:50 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) erwartet. Da das auf die Erde treffende Staubfilament recht schmal sein dürfte (etwa 50.000 km breit), wird der Ausbruch wahrscheinlich nur eine viertel Stunde lang (nicht mehr als 40 Minuten lang) andauern. In dieser Zeit könnten bei guten Wetterverhältnissen dutzende recht schnell über den Himmel flitzende Meteore zu sehen sein.

In Mitteleuropa befindet sich die Sonne zum erwarteten Maximum noch etwa 15 Grad unter der Horizontlinie und der Radiant (Ausstrahlungspunkt des Meteorstroms) im Sternbild Einhorn knapp 20 Grad hoch am Südwesthimmel. Die Sichel des abnehmenden Mondes wird etwa 30 Grad hoch über dem Südost-Horizont zu erkennen sein und eine Beobachtung nicht sonderlich stören.

Wie stark die Aktivität der Alpha-Monocerotiden in diesem Jahr tatsächlich ausfallen wird, ist ungewiss. Im vergangenen Jahrhundert wurden nur vier stärkere Ausbrüche beobachtet. Die Staubwolke des Meteorstroms ist weitgehend unerforscht und auch der Mutterkomet der Alpha-Monocerotiden ist bislang unbekannt. Aufgrund der Bewegung seiner Überreste kann man jedoch auf eine Umlaufzeit um die Sonne von etwa 500 Jahren schließen.

Es ist denkbar, dass die Erde eine besonders dichte Zone durchqueren wird und Beobachter am frühen Novembermorgen ein ganz besonderes Himmelsschauspiel erleben werden. Genauso gut möglich ist es jedoch auch, dass die Alpha-Monocerotiden eine ganz gewöhnliche geringe Fallrate produzieren werden. Ganz sicher jeodoch werden die Beobachtungen im Jahr 2019 neue Erkenntnisse über die Natur dieses Meteorstroms liefern.
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