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2009

Aktivitäts-Ausbruch der Leoniden
Ein letztes Aufleuchten der Leoniden
In den Jahren um die Jahrtausendwende zeigte der Meteorstrom der Leoniden ein außergewöhnliches Feuerwerk. Einige Jahre infolge durchquerte die Erde besonders dichte Bereiche eines Kometenschweifs, der alljährlich Mitte November mit unserem Planeten zusammentrifft und diesen Sternschnuppenstrom entstehen lässt.

V. Winter, J. Dudley
Helle Feuerkugel
Für das Jahr 2009 prognostizieren viele Meteorforscher ein starkes Comeback der Leoniden mit Fallraten zwischen 150 und 500 Meteoren in der Stunde, bevor die Leoniden wieder für einige Jahrzehnte fast gänzlich verschwinden sollten. Es wurde erwartet, dass viele helle Boliden über den Himmel ziehen werden.
Unerwartet starke Aktivität im Vorjahr
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Schnittpunkt der Umlaufbahnen der Erde und des Mutterkometen
55 P/Tempel-Tuttle
Im Jahr 2008 durchquerte die Erde ein altes Schweif-Filament des Mutterkometen 55P/Tempel-Tuttle, das dieser bereits 1466, also 542 Jahre bzw. 16 Sonnenumläufe zuvor produziert hat. Vorerst bezweifelte man, ob ein derart alter Staubschweif eine signifikante Aktivität erzeugen könnte. Dennoch beobachtete man in den frühen Morgenstunden des 17. November 2008 überraschend eine Zenitalrate (ZHR) von etwa 80 Meteoren pro Stunde.

Im Jahr 2009 durchquerte die Erde abermals ein Schweif-Filament aus dem Jahr 1466. Unser Planet lief dabei sogar durch die zentralen Bereiche dieser Staubwolke. Viele Meteorforscher waren optimistisch, eine noch höhere Aktivität als im Vorjahr anzutreffen. Zudem passierte die Erde ungefähr zur gleichen Zeit weitere Staubwolken aus den Jahren 1102, 1433 und 1533, sowie etwas früher ein Filament aus dem Jahre 1567. Insbesondere der Schweif des Jahres 1533 war weitgehend unbekannt, wodurch nur ungenaue Prognosen abgegeben werden konnten.
Prognose für 2009
Ein erstes optimistisches Vorhersage-Modell deutete darauf hin, dass die Leoniden-Aktivität am 17. November 2009 um 22:43h MEZ mit bis zu 500 Meteoren ihren Höhepunkt erreichen könnten. Nach Auswertung der Beobachtungen aus dem Jahr 2008 wurde diese Angabe aber auf eine Rate von 200 korrigiert, da das Maximum nun etwa 30 bis 60 Minuten später erwartet wurde. Ein zweites Modell prognostizierte etwa 300 Meteore zwischen 22:34h und 22:44h, ein drittes 130 bis 140 Sternschnuppen zwischen 22 und 23h.

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Blick vom Radiant der Leoniden auf die Erde zur Zeit der maximalen Aktivität - der asiatische Raum bot die besten Bedingungen
Die maximale Aktivität wurde also am 17. November 2009 zwischen 22 und 24h MEZ erwartet. Für die Beobachtung der Leoniden-Aktivität des Jahres 2009 befand sich Mitteleuropa im weltweiten Vergleich in einer eher ungünstigen Lage. Die nach den Prognosen zu erwartenden spitzen Maxima traten zu Zeiten auf, als sich der Radiant bei uns unterhalb der Horizontlinie befand oder die Sonne hoch am Himmel stand.

Die besten Beobachtungsbedingungen traf man im gesamten asiatischen Raum an, da der Radiant dort zu dieser Zeit vor Anbruch der Morgendämmerung hoch am Himmel stand.
Bei allen Schweif-Filamenten, die die Leoniden-Aktivität des Jahres 2009 beeinflussten, handelte es sich um mehrere Jahrhunderte alte Staubwolken, die im Laufe der Zeit starken Veränderungen unterlegen waren. Eine genaue Vorhersage war gerade aus diesem Grund sehr schwierig. Obwohl die Vorhersage-Modelle mittlerweile rechte gute Ergebnisse liefern, trat das Maximum im vorangegangenen Jahr etwa eine Stunde zu spät ein.

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Prognose der Leoniden-Aktivität am 17./18. November 2009 (oben) - gemittelt aus verschiedenen Vorhersage-Modellen, Bahn der Erde durch mehrere Staubfilamente des Kometen 55P/Tempel-Tuttle (unten)

Beobachtung

Christoph Rollwagen
Einige helle Leoniden, die am frühen Morgen des 18. November 2009 über den Himmel flitzten

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Satellitenbild vom Morgen des 18.November 2009
Tatsächlich wurden zum vorherberechneten Zeitpunkt deutlich erhöhte Fallraten beobachtet, die jedoch am Vormittag des 17. November 2009 etwa 35 und am späten Abend 80 Meteore pro Stunde nicht überstiegen.

Am frühen Morgen des 18. November 2009 erleubten die Wetterbedingungen in weiten Teilen Deutschlands einen Blick auf das seltene Himmelsschauspiel.

Christoph Rollwagen
Helle Leonide vom 18. November 2009 mit einer rötlichen Rauchfahne und eine weitere Rauchfahne, die einige Minuten lang sichtbar blieb und über den Himmel zog
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