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2024

Mögliche erhöhte Aktivität der Leoniden
Die Erde kreutz den Orbit von 55P
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Schnittpunkt der Umlaufbahnen der Erde und des Mutterkometen
55 P/Tempel-Tuttle
Alljährlich Mitte November durchquert die Erde die Umlaufbahn des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Winzige Überreste des Schweifsterns dringen in die Erdatmosphäre ein und lassen einen für gewöhnlich sehr unauffälligen Sternschnuppenstrom entstehen - die »Leoniden.

Um die Jahrtausendwende präsentierte dieser Meteorstrom einige Jahre infolge ein außergewöhnliches Feuerwerk - tausende Meteore fielen vom Himmel und erzeugten einen heftigen seltenen Meteorschauer.

Seither ist die Aktivität der Leoniden wieder auf ihr gewöhnliches Maß zurück gegangen - mit einigen wenigen Ausnahmen. In den Jahren »2006, 2008 und »2009 kam es zu einem kurzen Comeback der Leoniden-Aktivität mit Fallraten von bis zu 100 Meteoren pro Stunde.

Christoph Rollwagen
Einige helle Leoniden, die am frühen Morgen des 18. November 2009 über den Himmel flitzten
Prognose für 2024 - Ein letztes Comeback?
Juraj Toth
Leonidenschauer
Wie damals trifft die Erde auch 2024 wieder mit Schweif-Filamenten des Mutterkometen 55P/Tempel-Tuttle zusammen, die dieser bereits vor einigen Jahrhunderten produziert hat. Noch einmal könnte es zu einer ungewöhnlich starken Aktivität der Leoniden kommen. Vielleicht erleben wir ein letztes Comeback der Leoniden, bevor der Strom für viele Jahre fast gänzlich verschwinden wird.

Boliden bei Vollmond

Die Interaktion der Erde mit den alten Staubschweif-Überresten des Kometen soll im Jahr 2024 am 14., 17. und 20. November stattfinden. Leider steht an all diesen Tagen der fast volle Mond am Nachthimmel. Eine Beobachtung der meisten lichtschwachen Meteore dürfte daher unmöglich sein.

Mondphase: Zunehmend Mondphase: Vollmond Mondphase: Abnehmend
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Anblick der Mondphasen während der drei prognostizierten Aktivitätsmaxima am 14., 17. und 20. November 2024

V. Winter, J. Dudley
Helle Feuerkugel
Vielleicht lässt sich aber trotz des hellen Mondlichts die ein oder andere besonders helle Leonide erkennen. Mit etwas Glück könnte es auch zu einer ungewöhnlich hohen Anzahl von hellen Feuerkugeln kommen. Bei allen Schweif-Filamenten, die die Leoniden-Aktivität des Jahres 2024 beeinflussen, handelt es sich schließlich um mehrere Jahrhunderte alte Staubwolken. Vor allem kleinste Staubpartikel dürften im Laufe der Jahrhunderte vom Sonnenwind 'ausgewaschen' worden sein.

14. November - Kontakt mit dem 1633er Schweif

Einer Modellrechnung zufolge wird die Erde am späten Nachmittag des 14. November 2024 um 17.37 Uhr MEZ einige sehr alte Schweif-Filamente durchqueren, die bereits vor etwa 1000 Jahren vom Mutterkometen produziert wurden. Neueren Berechnungen zufolge trifft die Erde zu dieser Zeit zudem auf ein Schweif-Filament aus dem Jahr 1633. Dieser Schweif hat sich also vor 391 Jahren bzw. knapp 12 Sonnenumläufe zuvor vom Kometen gelöst. Interessanter Weise ist dies auch das Schweif-Filament, das den Leoniden-Meteorsturm des Jahres 2001 ausgelöst hat.

Da sich der Komet derzeit weit entfernt von seiner Perihelposition befindet und der Staubschweif vor allem aus winzigen Meteoroiden (mit Durchmessern unter 1 Millimeter) besteht, sind Vorhersagen von auftretenden Fallraten sehr schwierig. Man geht aber davon aus, dass es zum vorherberechneten Zeitpunkt zumindest zu einer leicht erhöhten Fallrate kommen könnte. Eine Beobachtung dürfte in jedem Fall erkenntnisrech sein, nicht zuletzt weil die Erde dieses Schweif-Filament im Jahr 2034 erneut durchqueren wird.

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Radiant der Leoniden - Der scheinbare Ausstrahlungspunkt am Himmel geht für Beobachter in Mitteleuropa gegen 23 Uhr MEZ auf.

Allerdings wird sich der Radiant der Leoniden zum vorherberechneten Auftreffen der staubigen Kometen-Überreste am 14. November für Beobachter in Mitteleuropa noch unterhalb der Horizontlinie befinden. Die Sonne wird gerade erst untergegangen sein. Sollte ein kurzes spitzes Maximum tatsächlich pünktlich wie prognostiziert auftreten, werden Beobachter im ostasiatischen Raum begünstigt sein.

Doch auch für Beobachter in Mitteleupa könnte sich in den Morgenstunden des 15. Novembers ein Blick an den Himmel lohnen. Die alten Schweif-Filamente waren im Laufe der Zeit starken Veränderungen unterlegen. Eine genaue Vorhersage ist daher sehr schwierig. Obwohl die angewendeten Modelle mittlerweile rechte gute Ergebnisse liefern, trat das Maximum im Jahr 2008 beispielsweise etwa eine Stunde zu spät ein.

17. November - Reguläres Maximum

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Blick vom Radiant der Leoniden auf die Erde ungefähr zur Zeit des regulären Maximums - Orte auf der Nachtseite nahe der Bildmitte bieten beste Beobachtungs- Bedingungen
Am 17. November gegen 5 Uhr MEZ wird das reguläre Maximum der alljährlichen Leoniden-Aktivität mit einer leicht erhöhten Fallrate von etwa 15 bis 20 Meteoren pro Stunde erwartet.

Auch zu dieser Zeit wird der Vollmond eine Beobachtung der meisten Sternschnuppen unmöglich machen. Allerdings befinden sich Beobachter in Mitteleuropa an diesem Morgen in bester Beobachtungslage - der Radiant der Leoniden steht dann nämlich hoch am Himmel.

20. November - Passage des 1733er Schweifs


Am fühen Morgen des 20. November passiert die Erde zwischen 00.53 Uhr MEZ und 01.54 Uhr eine Staubwolke, die sich im Jahr 1733 vom Mutterkometen gelöst hat. Da der Minimalabstand mit etwa 0,0002 A.E. recht groß ausfällt, wird nur eine leicht erhöhte Fallrate erwartet.

Auch zu dieser Zeit wird das Licht des abnehmenden Mondes sehr störend in Erscheinung treten. Der Radiant der Leoniden wird allerdings bereits aufgegangen sein.

Fazit

Wer noch einmal einen Blick auf die Leoniden werfen will, sollte die diesjährige Chance nutzen, aber keine zu großen Erwartungen damit verbinden. In den kommenden 8 Jahren dürften die Fallraten sehr bescheiden ausfallen.

Der Mutterkomet der Leoniden wird das innere Sonnensystem erst wieder im Jahr 2031 passieren. Vor allem in den darauffolgenden Jahren 2033, 2034, 2035 und 2037 wird wieder eine deutlich größere Aktivität mit Fallraten von 300 bis 500 Meteoren pro Stunde erwartet.
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