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Astro Corner » Wissen » Finsternisse » Mondfinsternisse » Archiv » 04.05.2004
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04.05.2004

Totale Mondfinsternis im Wonnemonat
Am Abend des 4. Mai 2004 kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Der Mond geht mit dem Untergang der Sonne zu Beginn der partiellen Phase der Finsternis auf und durchläuft bis Mitternacht den Kernschatten der Erde. Von 22 bis 23 Uhr wird die Mondoberfläche in einem fahlen roten Licht erstrahlen. Der tiefstehende Mond wird in einem mystischen Licht erscheien.
Lunarer Schattentanz
Die erste von zwei totalen Mondfinsternissen des Jahres 2004 wird in ihrer vollen Länge von Mitteleuropa aus zu beobachten sein. Der Mond wird einen scheinbaren Durchmesser von 33,1 Bogenminuten aufweisen, da er bereits knapp einen Tag später seinen erdnächsten Bahnpunkt, das Perigäum durchlaufen wird.

Vor allem jedoch wird der Mond besonders groß erscheinen, da er von Deutschland aus beobachtet während der Finsternis mit nur ca. 10 bis 15 Grad Abstand zum Horizont nicht sehr hoch am Himmel stehen wird. Die geringe Distanz zur Horizontlinie ruft eine optische Täuschung hervor, die unseren kosmischen Begleiter besonders imposant erscheinen lässt.

Während des Ereignisses befindet sich der Mond tief in der Ekliptik im westlichen Teil des Sternbilds Waage. Der Mond wandert in einem Abstand von etwa 1,5° südlich am 2,8 mag hellen Haupstern des Sternbilds Waage (Zuben Elgenubi) vorbei.

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Pfad des Mondes durch den Schatten der Erde während der totalen Mondfinsternis vom 4. Mai 2004 - alle Zeitangaben in MESZ

Während der zentralen Phase der totalen Finsternis wird der nördliche Rand des Mondes in einem Abstand von nur 2,5 Bogenminuten am Zentrum des Kernschattens vorbeiziehen. Im Gegensatz dazu wird sich der südliche Rand 10,2 Bogenminuten entfernt vom südlichen äußeren Rand des Kernschattens befinden. Somit werden die südlichen Bereiche der Mondoberfläche wesentlich heller erscheinen als der nördliche Teil, der sich tiefer im Kernschatten der Erde befindet.

Da der Mond während der Finsternis vom 4. Mai 2004 teilweise sehr tief in den Kernschatten der Erde eindringt, wird sich die Helligkeit und Farbe der verfinsterten Mondoberfläche während des Verlaufs des Ereignisses dramatisch verändern.
Verlauf der Finsternis
Die totale Mondfinsternis vom 4. Mai 2004 beginnt für die meisten Beobachter in Mitteleuropa mit dem Aufgang unseres kosmischen Begleiters am Abendhimmel. Fast zur gleichen Zeit geht die Sonne am gegenüberliegenden Horizont unter. Der Mond befindet sich zu dieser Zeit bereits im Halbschatten der Erde. Während dieser Phase der Finsternis kann nur eine äußerst schwache Helligkeitsabnahme zum östlichen Rand des Mondes hin beobachtet werden.

Empor steigender Erdschatten am abendlichen östlichen Dämmerungs- Horizont
Nicht nur der noch helle Vollmond wird nun genügsam den Himmel empor klettern, sondern auch ein dunkler Schleier wird zu beobachten sein, der deutlich am Osthorizont emporsteigt und den Himmel dunkelblau einfärbt. Dieses Ereignis kann (entsprechende Wetterverhältnisse vorausgesetzt) bei jedem Sonnenuntergang beobachtet werden. Hierbei handelt es sich um den Schatten der Erde, der in die Erdatmosphäre hinein fällt und in der Abenddämmerung am Osthorizont langsam empor steigt, um letztlich den gesamten Himmel zu verdunkeln.

Eben dieser Schattenkegel erstreckt sich in seiner Verlängerung durch den Weltraum bis hin zu unserem Erdmond, der nun, kurz nach seinem Aufgang in den Kernschattenbereich eintauchen wird. Am Dämmerungshimmel wird zu beobachten sein, wie am östlichen Rand des Mondes eine vorerst kleine, im Laufe der Zeit immer weiter anwachsende dunkle Ausbeulung entsteht.

Ansicht des total verfinsterten Mondes - die Oberfläche erscheint kupferrot
Mit Fortschreiten der Dunkelheit wird auch erkennbar werden, dass die weiter anwachsende verfinsterte Oberfläche des Mondes nicht vollständig dunkel erscheint, sondern in einem fahlen roten Licht leuchtet. Ähnlich wie bei einem Sonnenuntergang brechen sich in der Erdatmosphäre vor allem noch die roten Bereiche des Sonnenlichts und erhellen die verfinsterte Mondoberfläche leicht.

Um 21:52 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) wird der Mond vollständig in den Kernschatten der Erde eingetaucht sein. Die Bahn am Himmel führt unseren Trabanten während der totalen Phase durch den südlichen Bereich des Kernschattens unseres Planeten. Obwohl es sich nicht um eine zentrale Passage handelt, dauert die vollständige Verfinsterung des Mondes 1 Stunde und 16 Minuten an.

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Aufgang und Verfinsterung des Mondes am 4. Mai 2004 - die Position des Sternenhimmels relativ zum verfinsterten Mond bezieht sich auf die Zeit 22:30 Uhr MESZ (Mitte der Finsternis) - alle angegebenen Daten beziehen sich auf den Ort mit den geographischen Koordinaten 50° n.B., 10° ö.L..

Bis 23:08 Uhr MESZ wird der nur maximal 15° hoch am Himmel stahende verfinsterte Mond in Farbnuancen von orange bis tiefrot erscheinen. Danach erreicht der Trabant wieder den Rand des Kernschattens. Nach und nach wird nun wieder zu beobachten sein, wie der Mond sein helles Antlitz preisgibt.

Um 00:12 Uhr MESZ wird der kosmische Begleiter wieder vollständig aus dem Kerschatten ausgetreten sein. Hiermit ist das eigentliche Himmelsereignis beendet. Nun durchläuft der Mond nur noch den Halbschatten. Wiederum ist bestenfalls eine sehr schwache Helligkeitsabnahme zum Kernschatten hin zu beobachten. Der Austritt aus dem Halbschatten ist nicht zu erkennen.
Saros-Zyklus der Finsternis
Die totale Mondfinsternis des 4. Mai 2004 ist die 33. Finsternis des Saros-Zyklus 131.
Allgemeine Informationen
Ereignis Zeit in MESZ
Eintritt des Mondes in den Halbschatten 19h50m53s MESZ
Mondaufgang
(für 50° nB, 10° öL)
20h33m MESZ
Eintritt des Mondes in den Kernschatten 20h48m20s MESZ
Beginn der totalen Verfinsterung 21h52m07s MESZ
Mitte der Finsternis 22h30m16s MESZ
Ende der totalen Verfinsterung 23h08m27s MESZ
Austritt des Mondes aus dem Kernschatten 00h12m15s MESZ
Austritt des Mondes aus dem Halbschatten 01h09m36s MESZ
Totalität beobachtbar in Asien, Afrika, Europa, Australien
Dauer der totalen Verfinsterung 2 Stunden 16 Minuten
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