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Hale-Bopp (1997)

Komet C/1995 O1
Der Jahrhundertkomet
Der Komet C/1995 O1 (Hale-Bopp), der hin und wieder auch als Jahrhundertkomet oder als der Große Komet des Jahres 1997 bezeichnet wird, entwickelte während seiner Sichtbarkeitsperiode im Jahr 1997 einen auffälligen Schweif und erreichte eine beachtliche Helligkeit.

Der Schweifstern konnte von der nördlichen Hemisphäre mehrere Monate lang günstig platziert hoch am Nachthimmel mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Zeitweise war er eines der hellsten Gestirne am Firmament und erzeugte daher ein besonders großes Medieninteresse.
Umlaufbahn
Der Orbit des Kometen Hale-Bopp um die Sonne entspricht einer extrem langgestreckten Ellipse mit einer numerischen Exzentrizität von 0,995. Die Bahnebene steht mit einer Neigung von 89,4° quasi senkrecht auf der Ekliptik.

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Umlaufbahn des Kometen C/1995 O1 (Hale-Bopp) um die Sonne - der Komet erreichte seinen sonnennächsten Bahnpunkt am 1. April 1997 in einer Entfernung von etwa 0,914 A.E. zum Zentralgestirn

Im März 1996 zog Hale-Bopp in einer Entfernung von 0,77 A.E. an Jupiter vorüber, wodurch seine Bahn recht stark verändert wurde. Die Umlaufzeit des Kometen verkürzte sich dabei von 4.200 auf 2.533 Jahre. Hale-Bopp wird also im 5. Jahrtausen unserer Zeitrechnung erneut ins innere Sonnensystem gelangen.

Der sonnennächste Punkt der Kometenbahn ist 0,914 A.E. von der Sonne entfernt und liegt somit knapp innerhalb der Erdbahn. Der sonnenfernste Bahnpunkt liegt bei 371,5 Astonomischen Einheiten. Vor der Jupiter-Passage lag dieser Wert noch bei rund 525 Astronomischen Einheiten.
Entdeckung & Entwicklung
Der Komet Hale-Bopp wurde am 22. Juli 1995 fast zeitgleich und unabhängig voneinander von den beiden US-Amerikanern Alan Hale in Cloudcraft (New Mexico) und Thomas Bopp in Stanfield (Arizona) entdeckt, als sie den Kugelsternhaufen M 70 im Schützen betrachteten.

Schon zu dieser Zeit war Hale-Bopp ein Rekordkomet. Der Schweifstern befand sich damals noch außerhalb der Jupiterbahn - etwa 7,2 A.E. von der Sonne entfernt. Nie zuvor konnte ein Komet in so großer Entfernung zur Sonne entdeckt werden.

Später erkannte man den Kometen sogar auf einer Aufnahme, die bereits im Jahr 1993 mit dem 3,9 Meter großen Anglo-Australischen Teleskop am australischen Siding Spring Observatorium angefertigt wurde. Damals befand sich Hale-Bopp noch etwa 13 A.E. von der Sonne entfernt - eine Distanz in der Kometen für gewöhnlich keinerlei nachweisbare Aktivität zeigen.

Vorsichtige Prognosen

Über die maximale Helligkeit, die der Komet zur Zeit seines bevorstehenden Periheldurchgangs erreichen sollte, wurde zunächst nur vorsichtig spekuliert. Es wurde aber erwartet, dass sich Hale-Bopp als außergewöhnlich heller Komet präsentieren würde.

Gespannt verfolgte man die Entwicklung des Kometen. In der zweiten Jahreshälfte 1996 befand sich der Schweifstern zwar noch etwa 2 A.E. von der Sonne entfernt, konnte aber bereits freisichtig erkannt werden. Er durchlief am Abendhimmel das Sternbild Schlagenträger und besaß einen schon 2 bis 3 Grad langen Schweif bei einer scheinbaren Helligkeit von etwa 5. Größe.

Zur Jahreswende 1996/97 blieb die Helligkeitsentwicklung des Kometen etwas hinter der prognostizierten Größe zurück.
Periheldurchgang
Jahresbeginn 1997 - Hale-Bopp am Morgenhimmel

Komet Hale-Bopp
Zu Beginn des Jahres 1997 tauchte der Komet Hale-Bopp, nachdem er einge Wochen in den hellen Strahlen der Sonne verborgen war, als unübersehbar helles Objekt am Morgenhimmel auf. Im Februar erreichte der Komet eine scheinbare Helligkeit von rund 2 mag. Hale-Bopp besaß nun zwei deutlich voneinander separierte Schweife - einen bläulichen Ionenschweif und einen noch helleren weißen Staubschweif.

Die Kometen-Bahn führte in den ersten Monaten des Jahres 1997 durch die Sternbilder der Sommermilchstraße (Adler, Schwan, Eidechse, Kassiopeia). Hale-Bopp bot am Morgenhimmel selbst für das unbewaffnete Auge einen großartigen Anblick.

Bahnverlauf des Kometen C/1995 O1 (Hale-Bopp) vom 21. November 1996 bis 1. Juni 1997

Paradevorstellung im März und April 1997

Komet C/1995 O1 Hale-Bopp
Mitte März 1997 erreichte Hale-Bopp eine Helligkeit von 0 mag und konnte am Morgen- und Abendhimmel günstig beobachtet werden. Selbst in hellen Großstädten war sein Staubschweif als imposante Himmelserscheinung zu erkennen. Der Komet wurde zu einem besonders auffälligen und reizvollen fotografischen Objekt am Nachthimmel.

Am 22. März erreichte der Schweifstern seinen erdnächsten Bahnpunkt. An diesem Tag befand sich der Komet immerhin 1,315 A.E. von uns entfernt, war mittlerweile aber eines der hellsten Gestirne am Himmel.

Hale-Bopp durchlief am 1. April 1997 sein Perihel. An diesem Tag setzte sein Kern besonders viel Staub und Gas frei und der Komet präsentierte einen mehr als 30 Grad langen Doppelschweif bei einer Helligkeit von rund -1 mag. Die absolute Magnitude des Kometen (im Abstand von 1 AE von Sonne und Erde) betrug -1.3 mag.

Gewaltige Gasfontainen

Aus dem Kern des Kometen ausströmende Gas- und Staubmassen formen gewaltige Jets
Im Teleskop konnten außergewöhnliche Strukturen erkannt werden. Diese Jets erschienen wie spiralförmige Schalen, die sich um den Kern des Kometen zogen. Sie entstanden durch die Emission von Staub und Plasma aus dem rotierenden Kern.

Durch Beobachtungen dieser Jets konnte die Rotationszeit des Kometenkerns auf 11 Stunden und 46 Minuten bestimmt werden. Untersuchungen zeigten, dass Hale-Bopp einen besonders großen Kern mit einem Durchmesser von etwa 60 Kilometern (±20 Kilometer) besitzt. Einer umstrittenen Theorie zufolge wird dieser sogar alle drei Tage von einem etwa 30 Kilometer großen Satelliten-Kern in einer Entfernung von etwa 180 Kilometern umrundet.

Jahrhundert- oder Jahrtausendkomet?

Der Komet Hale-Bopp war zur Zeit seiner Perihelpassage am Sternhimmel neben der Sonne, dem Mond und dem hellsten Stern Sirius das vierthellste kosmische Objekt. Er konnte nach Sonnenuntergang bereits in der hellen Abenddämerung erkannt werden und blieb als zirkumpolares Objekt die ganze Nacht hindurch am Nordhorizont sichtbar. Außerdem entwickelte sich Hale-Bopp zum dritthellsten Kometen, der je beobachtet wurde.

Mit dem bloßen Auge konnte Hale-Bopp insgesamt 18 Monate lang von Ende Mai 1996 bis Anfang Dezember 1997 aufgefunden werden - mehr als doppelt so lange wie der bisherige Rekordhalter, der Große Komet von 1811 (Flaugergues).

Zudem zeigte der Komet etwa 8 Wochen lang eine Helligkeit von mehr als 0 mag - länger als jeder andere Komet in den vorhergehenden 1.000 Jahren. Mit Sicherheit wurde kein anderer Komet zuvor von so vielen Menschen gesehen wie Hale-Bopp.

Außergewöhnliche Schweife

Kerzengerade erstreckt sich der Natriumschweif in den Weltraum
Hale-Bopp dominierte den nächtlichen Himmel mit einem prächtigen Staubschweif und einem langen bläulichen Plasmaschweif. Eine verblüffende Neuentdeckung war ein 50 Millionen Kilometer langer dünner Natriumschweif.

Wissenschafter der Europäischen Südsternwarte erkannten, dass sich durch den Sonnenwind beschleunigte neutrale Natriumatome mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit vom Kometenkern entfernten.

Rückzug in die Tiefen des Sonnensystems

Ende April und Anfang Mai 1997 erreichte der Komet das Sternbild Stier und verschwand für Beobachter der nördlichen Erdhalbkugel am Abendhimmel in den Strahlen der Sonne.

Danach konnte seine Rückreise in die Tiefen des Sonnensystems nur noch von der südlichen Hemisphäre aus beobachtet werden. Hier bot der Komet aber eine wesentlich weniger spektakuläre Vorstellung. Bis September verblasste seine scheinbare Helligkeit bis auf die 5. Größenklasse.

Bis ins Jahr 2000 hinein konnte Hale-Bopp noch als schwaches diffuses Objekt mit größeren Amateur-Teleskopen aufgefunden werden.

Maurice Clark
Komet Hale-Bopp am 7. Februar 2000 - auch fast drei Jahre nach seiner Perihelpassage präsentiert der Komet noch eine starke Koma
Anfang 2001 konnte der Komet Hale-Bopp in einer Entfernung von 13 A.E. mit dem 2,2-Meter-Teleskop auf dem LaSilla-Observatorium beobachtet werden. Obwohl er sich bereits hinter der Saturn-Umlaufbahn befand, konnte noch immer eine Koma mit einem Durchmesser von 2 Millionen Kilometern nachgewiesen werden.

Selbst im Januar 2005, als sich Hale-Bopp schon hinter die Uranuns-Bahn zurückgezogen hatte, konnte er noch mit Großteleskopen aufgefunden werden.
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