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Lemmon (2025)

Komet C/2025 A6
Heller Schweifstern im Herbst 2025
von Christoph Rollwagen
Im Oktober und Anfang November 2025 kann der Komet C/2025 A6 (Lemmon) mit dem bloßen Auge am Nachthimmel beobachtet werden.
Fotos des Kometen
Christoph Rollwagen
Aufnahme des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) vom 19. Oktober 2025
Entdeckung
Der Komet C/2025 A6 (Lemmon) wurde kurz nach Beginn des Jahres 2025 am 3. Januar von D. Carson Fuls auf Bildern eines 1,5-Meter-Cassegrain-Teleskops im Rahmen des Mount Lemmon Survey am Steward Observatorium der Universität von Arizona entdeckt. Zu dieser Zeit zeigte er eine Helligkeit von nur etwa 21,5 mag und befand sich etwa 4,5 Astronomische Einheiten (A.E.) von der Sonne entfernt.

Am 21. Februar auf Hawaii angefertigte Folgeaufnahmen und bereits vor seiner Entdeckung im Rahmen des PanSTARRS-Programms entstandene Fotos identifizierten das zunächst als Asteroid eingestufte Objekt als Kometen - eine sehr kondensierte Koma und ein 2,2 Bogensekunden langer Schweif waren erkennbar.
Umlaufbahn
Der Komet bewegt sich entlang einer sehr exzentrischen, langperiodischen und retrograden Umlaufbahn. Sein Orbit ist um rund 144 Grad stark zur Ekliptik geneigt. Er stammt aus den äußeren Regionen des Sonnensystems. Seine Umlaufzeit um die Sonne beträgt zunächst etwa 1350 Jahre, wird beim Verlassen des inneren Sonnensystems jedoch durch den gravitativen Einfluss des Planeten Jupiter auf etwa 1150 Jahre verkürzt. Lemmon durchquerte das innere Sonnensystem also zuletzt etwa im Jahr 675.

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Bahnposition des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) am 8. November 2025 - der Schweifstern erreicht an diesem Tag sein Perihel.
Entwicklung vor dem Perihel
Im Juni und Juli 2025 befand sich der Komet hinter der Sonne und war daher einige Wochen land nicht zu beobachten. Nach seinem Wiederauftauchen am Morgenhimmel zeigte er eine deutlich größere Helligkeit, als zunächst angenommen. Diese Entwicklung setzte sich in den darauf folgenden Wochen fort. Im August überschritt er die 11. Größenklasse und zeigte einen kurzen und spitzen Schweif.

Im August und September durchquerte der Komet die Sternbilder Zwillinge, Krebs und Luchs. Ende September zeigte er bereits einen sehr langen und aktiven Ionenschweif mit zahlreichen Verwirbelungen - deutliche Anzeichen für einen sehr aktiven Kometenkern und Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind.

Ende September wurde Komet Lemmon als Objekt 7. Größe bereits in Feldstechern und kleineren Teleskopen sichtbar. Auf fotografischen Aufnahmen zeigte er einen etwa 3 Grad langen blauen Gasschweif. Auch ein Staubschweif war zu erkennen.

Anfang Oktober durchquerte er den Kleinen Löwen und südliche Bereiche des Großen Bären. Lemmon ist seither für Beobachter in Mitteleuropa ein zirkumpolares Himmelsobjekt - befindet sich also die gesamte Nacht hinweg über dem Horizont. Vom Morgenhimmel zog er sich nach und nach zurück. Am 16. Oktober passierte er den hellen Stern Cor Caroli in den Jagdhunden.

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Helligkeitskurve des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) für dessen Sichtbarkeitsperiode im Jahr 2025 - Ende Oktober und Anfang November dürfte er eine scheinbare Helligkeit von etwa 4 mag erreichen.
Lemmon in der Abenddämmerung
Ende Oktober und Anfang November bewegt er sich mit einer täglichen Winkelgeschwindigket von etwa 4 Grad pro Tag durch den Bärenhüter Bootes und den Kopf der Schlange. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Anbruch der Dunkelheit. Der Komet befindet sich zu dieser Zeit recht hoch über dem Westnordwest-Horizont.

Lemmon erreicht seinen erdnächsten Bahnpunkt am 21. Oktober 2025 in einer Entfernung von 0,6 A.E. bzw. 90 Millionen Kilometern. Zu dieser Zeit befindet er sich von der Erde aus betrachtet 42 Grad entfernt von der Sonne und ist besonders günstig nach Anbruch der Dunkelheit am Abendhimmel über dem Westnordwest-Horizont zu beobachten. Am 22. Oktober passiert er den +2,3 mag hellen Stern epsilon Boötis (Izar). Die vorletzte und letzte Oktoberwoche dürften die günstigste Beobachtungszeit für diesen Kometen sein.

Ende Oktober macht sich der zunehmende Mond störend am Abendhimmel bemerkbar. Den Kometen findet man dann im Sternbild Schlange. Nun bewegt er sich schnell in südliche Richtung - auf den Schlangenträger Ophiuchus voranschreitend.

Am 2. November überquert der Schweifstern den Himmelsäquator von Nord nach Süd. Am 3. November begegnet er in einem Abstand von nur 2 Grad Messier 12 und am 5. dem Kugelsternhaufen Messier 10. Nur wenige Tage danach durchläuft Lemmon sein Perihel. Von der Sonne trennen ihn am 8. November 2025 nur 0,53 A.E. bzw. etwa 79 Millionen Kilometer - dies entspricht in etwa der halben Distanz der Erde von der Sonne. Der Bahnpunkt befindet sich zwischen dem Merkur- und Venusorbit. Am 13. begegnet Lemmon dem +2,4 mag hellen Stern eta Ophiuchi (Sabik).

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Positionen des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) im Oktober und Anfang November 2025 am Abendhimmel zum Ende der Abenddämmerung (gegen 20 Uhr MESZ) wenige Grad über dem West-Horizont.

Am 23. November überschreitet Lemmon die Ekliptik südwärts und begegnet dabei scheinbar unserem roten Nachbarplaneten Mars. Damit endet die Beobachtungszeit des Kometen auf der Nordhalbkugel. Lemmon zieht sich in der darauf folgenden Zeit wieder in das äußere Sonnensystem zurück und verliert schnell an Helligkeit.

Der Kometenkern bewegt sich fortan auf seinen sonnenfernen Bahnpunkt (Aphel) zu, der sich hinter dem Kuiper-Gürtel in einer Entfernung von 219 A.E. zur Sonne befindet. Seine nächste Rückkehr in das innere Sonnensystem wird etwa im Jahr 3175 stattfinden.
Bahnelemente
Größe Wert
Periheltermin (T) 2025-Nov-8.53839 TT
Perihelargument (ω) 132.97023°
Periheldistanz (q) 0.5298880 AE
Knotenlänge (n) 108.09803°
Exzentrizität (e) 0.9956339
Bahnneigung (i) 143.66355°
Epoche 2025-Nov-21.0 TT
JDT 2461000.5
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